Uniper kippt Prognose und bittet Staat um Hilfe

30. Juni 2022, Berlin/Düsseldorf/Moskau
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Der deutsche Energiekonzern Uniper geht wegen der Gaskrise in die Knie und ruft nach Hilfe vom Staat. Der Versorger nahm am Mittwochabend seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 mit Blick auf das bereinigte Ebit sowie den bereinigten Überschuss zurück. Die Geschäftsentwicklung habe sich durch den Krieg in der Ukraine und die in der Folge stark reduzierten Gaslieferungen aus Russland spürbar verschlechtert, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach.

APA/ag

Gazprom zahlt keine Dividende – Aktien brechen ein

30. Juni 2022, Moskau
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Der russische Energieriese Gazprom zahlt für das vergangene Jahr überraschend keine Dividende und ist an der Börse dadurch abgestürzt. "Die Aktionäre haben entschieden, dass es in der gegenwärtigen Situation nicht sinnvoll ist, Dividenden auf das Ergebnis von 2021 auszuzahlen", teilte Gazprom-Vizechef Famil Sadygow am Donnerstag über den Telegram-Kanal des Staatskonzerns mit.

APA/dpa

Deutsche Papierindustrie schlägt wegen Gaskrise Alarm

30. Juni 2022, Düsseldorf

Die energieintensive Papierindustrie in Deutschland warnt vor dem Hintergrund der Gaskrise vor einem Produktionsstopp. "Ein Produktionsstopp für Papier, Karton und Pappe würde eine Reihe wichtiger Lieferketten treffen, die auch die kritische Infrastruktur berühren", sagte der Präsident des Branchenverbandes "Die Papierindustrie", Winfried Schaur, der Nachrichtenagentur Reuters.

APA/ag

Gasverbrauch in Deutschland bis Mai zurückgegangen

30. Juni 2022, Berlin
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Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres deutlich weniger Gas verbraucht als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bundesweit lag der Verbrauch zwischen Jänner und Mai bei rund 460 Milliarden Kilowattstunden Gas, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag mitteilte. Das waren demnach 14,3 Prozent weniger als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

APA/dpa

Salzburg AG erhöht Preis für Fernwärme um 28 Prozent

30. Juni 2022, Salzburg

Die Salzburg AG hat am Donnerstag eine Preiserhöhung bei der Fernwärme ab September 2022 angekündigt. Diese wird 28 Prozent betragen und fällt damit im Vergleich zum in Wien geplanten Anstieg um 92 noch relativ moderat aus. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 9.000 Kilowattstunden seien das monatliche Mehrkosten von knapp 26 Euro, rechnete die Salzburg AG in einer Aussendung vor.

APA

Top Artikel der Woche

Boltz: Aus für Merit-Order-Prinzip brächte preislich wenig

10. Mai 2022, Wien

Auch ein Abgehen von der sogenannten Merit Order zur Strompreisbildung, wonach das jeweils letzte - in der Regel teuerste - (Gas-)Kraftwerk das Preisniveau bestimmt, würde nach Meinung des Energie-Experten Walter Boltz nicht viel ändern. Würde man stattdessen etwa ein Pool-Modell anwenden, würde es preislich "nicht um so viel besser", so Boltz im Radio. Zuletzt hatte die WKÖ eine Änderung des Prinzips verlangt, die AK machte sich für einen Gaspreisdeckel für Kraftwerke stark.

APA

voestalpine hat sich für Gasausfall gewappnet

24. Juni 2022, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Europas Industrie ist derzeit noch stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs werden alternative Bezugsquellen gesucht und Speicher aufgefüllt. Der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine hat sich für einen allfälligen Ausfall der Liefermengen gewappnet: "Auch für den Fall einer möglichen Reduzierung beziehungsweise eines gänzlichen Lieferstopps aus Russland ist der Konzern bestmöglich vorbereitet", teilte die Voest am Freitag mit.

APA

Der lange Weg zu billigerem Strom

24. Juni 2022

Merit Order. Die Strompreise steigen derzeit mit den Gaspreisen. Der Erneuerbaren-Ausbau soll nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch diese Kopplung lösen. Bei Wasserkraft ist Österreich auf einem guten Weg

Die Strompreise sind im letzten Jahr stark angestiegen, auch für Kunden im Wasserkraft-Land Österreich. Ändern wird sich das so schnell nicht, meint Michael Strugl, Verbund-Chef und Präsident der Branchenvertretung Oesterreichs Energie.

Der Hintergrund ist das sogenannte Merit-Order-Modell. Dieses wurde im Zuge der Liberalisierung der europäischen Strommärkte 2001 auf EU-Ebene eingeführt. Vereinfacht gesagt funktioniert es so: Die Kraftwerksbetreiber bieten ihren Strom in einem Auktionsverfahren an, die Angebote werden vom billigsten zum teuersten aufsteigend geordnet. Das teuerste Angebot, das notwendig ist, um den Bedarf zu decken, bestimmt den Großhandelspreis. Denn ohne dieses Kraftwerk würde das Stromnetz zusammenbrechen. Diesen Preis erhalten dann alle erfolgreichen Bieter. Wer billig Strom produzieren kann, hat also große Margen. Wer hingegen Strom teuer produziert, verdient weniger daran und wird ihn auch nicht immer verkaufen können.

Das Problem ist: Das teuerste noch notwendige Kraftwerk ist in den meisten EU-Staaten ein Gaskraftwerk. Steigen, wie im letzten Jahr, die Großhandelspreise für Gas, heben sie die für Strom mit an. Und fossile Energie dürfte mit dem Ansteigen der Preise für CO₂-Zertifikate auch in Zukunft nicht mehr so billig werden, wie es in der Vergangenheit war. Die Konsumenten trifft das indirekt, weil die Energieversorger (die den Strom von den Kraftwerksbetreibern kaufen), gestiegene Kosten weitergeben. Für Strugl ist deswegen der europaweite Erneuerbaren-Ausbau die „einzige Chance“ auf sinkende Strompreise. Denn je öfter ausreichend Energie aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft zur Verfügung steht, desto öfter werden die teureren fossilen Kraftwerke aus der Rechnung gedrängt. Gaskraftwerke, die vergleichsweise flexibel eingesetzt werden können, würden die Großhandelspreise dann weniger oft anheben.

Kurier

Stromverbrauch im Mai zu 90 % aus Erneuerbaren gedeckt

27. Juni 2022, Wien

Rund 90 Prozent des im Mai in Österreich verbrauchten Stroms konnten aus Erneuerbarer Erzeugung gedeckt werden - bei einem Gesamtverbrauch von 4.445 Gigawattstunden (GWh) waren das rund 3.980 GWh, teilte der Übertragungsnetzbetreiber APG am Montag mit. Durch Kapazitätsdefizite beim Stromnetz entstanden aber zusätzliche Kosten von rund 27 Mio. Euro, daher müsse in den Netzausbau investiert werden, sagt die APG.

APA

Im Jahresvergleich stieg der Gaspreis im Mai um fast 74 Prozent
 - Pokrent, APA (dpa)

Weitere Preissteigerungen bei Strom und Gas erwartet

30. Juni 2022, Wien

Entlastungsmaßnahmen wie die Senkung der Energieabgaben haben im Mai für eine kurze Entspannung bei den Haushaltspreisen für Strom und Gas gesorgt. Allerdings sei dieser Effekt durch den Anstieg der Preise anderer Energieträger wieder wettgemacht worden, räumte die Österreichische Energieagentur ein. Im Jahresvergleich stiegen die Energiepreise im Mai insgesamt dennoch um 38 Prozent. Die Experten rechnen mit weiteren Preissteigerungen.

APA

Schroll plädiert für eine Orientierung an der Schweiz
 - Wien, APA/MICHAEL GRUBER

SPÖ fordert Senkung der Energiepreise

29. Juni 2022, Wien

Die SPÖ fordert einmal mehr eine Absenkung der Energiepreise. Dazu könnte man wie in der Schweiz einen Preis verordnen, der auf der Zusammensetzung der Stromquellen aufsetzt, sagten Energiesprecher Alois Schroll und Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl am Mittwoch. Das wäre mit einer Änderung des Preisgesetzes durchführbar. Das jetzt angewendete System, den teuersten Energieträger als Basis zu nehmen, sei auch nur "politisch gewollt".

APA

Wärmepumpen könnten sich als Alternative erweisen
 - Rottweil, APA/dpa

Deutschland will Wärmepumpen vorantreiben

29. Juni 2022, Berlin

Die deutsche Bundesregierung plant eine Offensive zum Einbau von Wärmepumpen als umweltfreundlicher Alternative zur Öl- und Gasheizung - aus Sicht der FDP fehlen dafür aber Fachkräfte. "Ohne zusätzliche Handwerker bleibt das Ziel 500.000 Wärmepumpen im Jahr zu installieren eine gut gemeinte Hoffnung", sagte die FDP-Politikerin Sandra Weeser, Vorsitzende des Bauausschusses im Bundestag, der Deutschen Presse-Agentur.

APA/dpa

Siemens Energy wehrt sich gegen russische Vorwürfe

29. Juni 2022, München
Die Gasdrosselung hat laut Siemens nichts mit dem Unternehmen zu tun
 - Erlangen, APA/dpa

Der Energiekonzern Siemens Energy wehrt sich gegen Behauptungen aus Russland, die Gaslieferungen nach Deutschland müssten gedrosselt werden, weil das Unternehmen Turbinen nicht rechtzeitig warte. "Es ist sehr bequem, ein Unternehmen mit reinzuziehen, das in Russland bekannt ist", sagte Joe Kaeser, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens Energy, der "Süddeutschen Zeitung". "Selbst wenn es so wäre, würde das niemals rechtfertigen, den Gasfluss so stark zu drosseln."

APA/dpa