Druckabfall bei Nord Stream 2

26. September 2022, Lubmin/Moskau
Die Ursache ist bisher unklar
 - Lubmin, APA/dpa-Zentralbild

In der Nacht auf Montag hat es in der Gaspipeline Nord Stream 2 nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Es sei ein Druckverlust in Röhre A festgestellt worden, die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland seien sofort informiert worden, teilte der Sprecher des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, am Montag mit. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.

APA/dpa

Hohe Gaspreise verteuern Düngemittel in Deutschland

26. September 2022, Wiesbaden

Stark gestiegene Erzeugerpreise wegen der Verteuerung von Erdgas bremsen auch die deutsche Düngemittelindustrie. Die Menge der abgesetzten Düngemittel sei im zweiten Quartal 2022 zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen, teilte das deutsche Statistische Bundesamt am Montag mit. Die Herstellung der meisten Düngemittel ist sehr energieintensiv, Erdgas wird sowohl als Rohstoff als auch als Energiequelle im Produktionsprozess benötigt.

APA/dpa

ARBÖ: Auto vor Start der CO2-Steuer noch volltanken

26. September 2022, Wien
An den Zapfsäulen könnte es knapp werden
 - Wien, APA/THEMENBILD

Der ARBÖ rät allen Autofahrern, ihr Auto in der nächsten Woche vollzutanken. "Denn am 1. Oktober kommt die CO2-Steuer, und damit wird Treibstoff pro Liter um gut 8 Cent teurer", erinnerte ARBÖ-Präsident Peter Rezar am Sonntag. Eine Tankfüllung bei einem Fahrzeug mit 50-Liter-Tank koste ab nächstem Samstag um rund vier Euro mehr, weshalb bis kommenden Sonntag mit einem Ansturm auf die Tankstellen zu rechnen sei, so der ARBÖ.

APA

Fortum fordert Kredit vom finnischen Staat

26. September 2022, Helsinki/Düsseldorf/Espoo
Das Unternehmen will sich auf neue Turbulenzen vorbereiten
 - Espoo, APA/AFP

Der bisherige Mehrheitsaktionär von Uniper, der finnische Energiekonzern Fortum, bemüht sich um staatliche Hilfe in Finnland. Fortum habe die erste Tranche eines Kredits beantragt, um "auf neue Turbulenzen vorbereitet zu sein", teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Kredit hat demnach einen Gesamtumfang von 2,3 Mrd. Euro, die erste Tranche beträgt 350 Mio. Euro.

APA/AFP

Energiekostenausgleich kann bis März 2023 eingelöst werden

26. September 2022, Wien
Die Jahresabrechnung vom Stromanbieter reduziert sich um 150 Euro
 - Berlin, APA/dpa

Österreichs Haushalte haben laut Finanzministerium in Summe bisher rund 2,6 Millionen Energiegutscheine eingereicht. Jene, die ihren Gutschein noch nicht eingelöst haben oder einen neuen beantragen müssen, etwa weil der Gutschein verloren gegangen oder nicht angekommen ist, sollen auch mehr Zeit bekommen, dies nachzuholen. Neue Gutscheine können bis 31. Oktober beantragt und noch bis 31. März 2023 eingelöst werden.

APA

Top Artikel der Woche

Tarif-Wechsel: Die Crux mit den Regionalversorgern

24. August 2022

Stromanbieter. Wien Energie und EVN heben ihre Standard-Tarife mit September deutlich an. Was das für Konsumenten bedeutet und worauf bei einem Tarif-Wechsel zu achten ist

Viele Kunden von Wien Energie und EVN erhalten dieser Tage Schreiben, die eine Tariferhöhung bei Strom ankündigen. Um die Teuerung abzufedern, haben die Unternehmen Rabatte angekündigt – diese sind aber, wie aus einem Informationsschreiben hervorgeht, an einen Tarifwechsel gebunden.

Pikant daran: Der Wechsel erfolgt automatisch, sofern der Kunde nicht widerspricht. Konsumentenschützer sind alarmiert, die Arbeiterkammer (AK) prüft derzeit eine Klage.

Um wie viel teurer werden Strom und Gas? Die Tariferhöhung tritt am 1. September für Kunden mit dem Standard-Tarif „Optima“ in Kraft. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom kommen auf Kunden von Wien Energie und EVN dadurch jährliche Mehrkosten von etwa 680 Euro zu. Inklusive Gas steigt die jährliche Belastung bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden um etwa 2.000 Euro.
Sind die neuen Tarife niedriger? Die neuen Tarife, auf die Kunden, die nicht widersprechen, gewechselt werden, sind relativ billiger – aber teurer als die bisher gültigen.

Können die neuen Tarife stärker steigen?Bisher konnten Tarife einmal pro Jahr angepasst werden, jetzt geschieht das zwei Mal, im Frühling und im Herbst. Bei den neuen Tarifen bieten EVN und Wien Energie eine Preisgarantie über ein Jahr. Danach können sie im selben Ausmaß steigen, wie der alte Optima-Tarif. Gebunden sind sie dabei an den Österreichischem Strompreisindex (ÖSPI) und den Verbraucherpreisindex.

Welche Rabattaktionen gibt es? Bei den Rabattaktionen unterscheiden sich Wien Energie und EVN. Während es bei Wien Energie zum Beispiel ein Guthaben gibt – etwa Gratis-Strom bis zu 100 Tagen – wenn sich Kunden für ein Jahr lang binden, gibt es bei EVN einmalig den „blau-gelben Strompreisrabatt“.
Gibt es einen Grund, am bisherigen Optima-Tarif festzuhalten?Ein Vorteil ist laut AK nicht absehbar. Der alte Tarif ist ab September höher und kann bereits im April das nächste Mal angepasst werden.
Warum passen EVN und Wien Energie ihre Tarife im Gleichschritt an? Die beiden Regionalversorger sind seit 2001 in der Energieallianz Austria (EAA) organisiert. Auch die Energie Burgenland ist in der Vertriebsgemeinschaft, sie hat die Tariferhöhung vom Jänner 2023 aber im Gegensatz zu EVN und Wien Energie nicht vorgezogen.

Kurier

EU-Parlament stimmt über Holz als nachhaltige Energie ab

14. September 2022, Straßburg

Der Schutz der Wälder zur Erreichung der EU-Klimaziele steht im Mittelpunkt der Plenarsitzung des EU-Parlaments diese Woche in Straßburg. Ein in Österreich umstrittener Vorschlag kommt dabei am heutigen Mittwoch zur Abstimmung: Die EU-Abgeordneten sollen darüber entscheiden, ob holzartige Biomasse weiter als erneuerbare Energie - und damit als förderfähig - eingestuft werden soll. Mit dem Ergebnis der Abstimmung geht es in die Verhandlungen mit den EU-Staaten.

APA

E-Wirtschaft will Strompreis anders senken

21. September 2022

Statt Einnahmen abzuschöpfen, soll es an der Börse Höchstpreise für Strom aus Gas und Kohle geben. Gewinner wäre die Wirtschaft.

Die Stromwirtschaft ist mit dem Vorschlag der EU-Kommission zur vorübergehenden Abschöpfung und Umverteilung von Zufallsgewinnen aus den dramatisch gestiegenen Strompreisen im Großhandel wenig überraschend nicht glücklich. Der Branchenverband Oesterreichs Energie hat am Montag ein alternatives Modell vorgestellt, das ebenfalls hohe Zufallsgewinne verhindern soll.

Die Idee: An den Strombörsen würde EU-weit temporär bei den täglichen Stromauktionen ein Höchstpreis für Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken festgelegt. Anders als beim EU-Vorschlag, „der nur Symptome bekämpft“, würden dadurch die Strompreise sinken, sagte der Präsident von Oesterreichs Energie und Verbund-Vorstand, Michael Strugl. Das würde besonders der Wirtschaft helfen und zugleich die Gewinne der Stromfirmen reduzieren.
Die höheren Gestehungskosten müssten den Gas- und Kohlekraftwerksbetreibern von den Staaten kompensiert werden.

„Natürlich würde das Geld kosten und etwas dauern, bis es umgesetzt ist“, sagte Strugl, auch seien, wie beim Vorschlag aus Brüssel, Begleitmaßnahmen nötig. Aber in jedem EU-Staat ein Umverteilungssystem für die Erlöse, die über 180 Euro je Megawattstunde hinausgehen, aufzubauen nehme ebenfalls Zeit in Anspruch. Langfristig müssten in beiden Fällen die Regeln für die Strommärkte reformiert werden.

Oesterreichs Energie drängte am Montag zugleich erneut auf mehr „Tempo, Elan und Intelligenz“ beim Ökostromausbau. Österreich wolle ab 2040 ohne Erdgas und Erdöl auskommen. Um tatsächlich alles von Heizungen, Verkehr bis hin zu Industrieprozessen zu elektrifizieren oder auf grünen Wasserstoff umzustellen, werde sich der Strombedarf fast verdoppeln, sagte die Generalsekretärin des Verbands, Barbara Schmidt.

Kurier

EU-Parlament stimmte ab: Heizen mit Holz bedingt nachhaltig

15. September 2022, Straßburg

Holz als Biomasse soll nach Wunsch des EU-Parlaments bedingt nachhaltig und somit förderfähig bleiben. Die EU-Abgeordneten legten am Mittwoch in Straßburg ihre Position für Verhandlungen mit den EU-Staaten fest. Diese sieht weiter die Einstufung von Holznebenprodukten etwa aus Sägewerken, Schadholz und eine bestimmte Menge Primärholz, also hochwertiges Holz, als erneuerbare Energie vor. Der Umgang mit Biomasse ist Teil der Richtlinie für erneuerbare Energien (RED III).

APA

Großbritannien schnürt Paket gegen hohe Energiepreise

23. September 2022, London
Britischer Finanzminister plant rund 60 Mrd

Großbritanniens Finanzminister Kwasi Kwarteng hat ein Paket mit Hilfen zur Abfederung der hohen Energiepreise sowie Steuersenkungen angekündigt. Ziel sei es, das Wachstum der britischen Wirtschaft nach oben zu treiben, sagte er am Freitag. Experten zufolge bremst der Brexit die Wirtschaft auf der Insel. Die jüngsten Prognosen der Bank von England deuten zudem darauf hin, dass Großbritannien wegen der Energiekrise und der hohen Inflation bereits in einer Rezession steckt.

APA/Reuters