Gaspreis – Kritik an EU-Maßnahmen aus Österreich

30. September 2022, Wien
Nicht alle sind zufrieden
 - Kiel, APA/dpa

Österreichische Interessensvertretungen und Organisationen haben mit Kritik auf die europäische Einigung zur Bewältigung der Energiekrise, darunter etwa eine Steuer auf Krisengewinne, reagiert. Während die angedachten Maßnahmen der Arbeiterkammer (AK), dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) sowie der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht weit genug gehen, begegnen die Wirtschaftskammer (WKÖ), die E-Wirtschaft und EcoAustria den Maßnahmen grundlegend skeptisch.

APA

CO2-Bepreisung lässt ab morgen die Spritpreise steigen

30. September 2022, Wien
An den Tankstellen könnte heute wieder Hamstern angesagt sein
 - Sopron, APA/THEMENBILD

Morgen, Samstag, tritt die CO2-Bepreisung für Sprit in Kraft, sie verteuert den Liter Diesel (inkl. Mehrwertsteuer) um 9,9 Cent und Benzin um 8,6 Cent. Das geht aus Berechnungen des Wifo hervor. Wobei sich die CO2-Steuer von 30 Euro pro Tonne bei Diesel aufgrund des höheren CO2-Gehalts stärker als bei Benzin niederschlägt. Das hat bereits in den vergangenen Tagen zu mehr Andrang an den Tankstellen geführt, wobei Freitagvormittag laut ÖAMTC und ARBÖ die Lage noch ruhig war.

APA

Deutschland senkt Mwst auf Gas und Fernwärme ab Oktober

30. September 2022, Berlin

Zur Abfederung der hohen Energiepreise fällt in Deutschland auf Erdgaslieferungen und Fernwärme ab Oktober weniger Mehrwertsteuer an. Der Bundestag hat am Freitag beschlossen, dass der Steuersatz wegen der Energiekrise vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt wird. Das soll bis Ende März 2024 gelten.

APA/dpa

Deutsche Gasumlage offiziell vom Kabinett gekippt

30. September 2022, Berlin

Nach der Ankündigung am Donnerstag hat das deutsche Bundeskabinett die umstrittene Gasumlage am Freitag offiziell abgeschafft. Die entsprechende Verordnung sei aufgehoben worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Die Umlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde für alle Gaskunden sollte eigentlich zum 1. Oktober greifen. Nun wurde sie "rückwirkend und in Gänze außer Kraft gesetzt" - rückwirkend deshalb, weil die Aufhebung erst am 3.10. im Bundesanzeiger verkündet werden kann.

APA/dpa

SPÖ und Gewerkschaft fordern Gaspreis-Deckel

30. September 2022, Wien

Die SPÖ fordert einmal mehr, die Preise zu senken. Die größte Oppositionspartei schlägt vor, Erdgas staatlich einzukaufen und gestützt - also unter dem Einkaufspreis - an Unternehmen, Haushalte und Gaskraftwerksbetreiber weiterzugeben. "Für Volkswirtschaften gibt es nichts teureres als hunderttausende Arbeitslose", sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Freitag in einer Pressekonferenz. Die Inflation sei so hoch wie 1952, "dem Geburtsjahr meiner Mutter", nicht mehr.

APA

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ARBÖ: Auto vor Start der CO2-Steuer noch volltanken

26. September 2022, Wien

Der ARBÖ rät allen Autofahrern, ihr Auto in der nächsten Woche vollzutanken. "Denn am 1. Oktober kommt die CO2-Steuer, und damit wird Treibstoff pro Liter um gut 8 Cent teurer", erinnerte ARBÖ-Präsident Peter Rezar am Sonntag. Eine Tankfüllung bei einem Fahrzeug mit 50-Liter-Tank koste ab nächstem Samstag um rund vier Euro mehr, weshalb bis kommenden Sonntag mit einem Ansturm auf die Tankstellen zu rechnen sei, so der ARBÖ.

APA

Tarif-Wechsel: Die Crux mit den Regionalversorgern

24. August 2022

Stromanbieter. Wien Energie und EVN heben ihre Standard-Tarife mit September deutlich an. Was das für Konsumenten bedeutet und worauf bei einem Tarif-Wechsel zu achten ist

Viele Kunden von Wien Energie und EVN erhalten dieser Tage Schreiben, die eine Tariferhöhung bei Strom ankündigen. Um die Teuerung abzufedern, haben die Unternehmen Rabatte angekündigt – diese sind aber, wie aus einem Informationsschreiben hervorgeht, an einen Tarifwechsel gebunden.

Pikant daran: Der Wechsel erfolgt automatisch, sofern der Kunde nicht widerspricht. Konsumentenschützer sind alarmiert, die Arbeiterkammer (AK) prüft derzeit eine Klage.

Um wie viel teurer werden Strom und Gas? Die Tariferhöhung tritt am 1. September für Kunden mit dem Standard-Tarif „Optima“ in Kraft. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom kommen auf Kunden von Wien Energie und EVN dadurch jährliche Mehrkosten von etwa 680 Euro zu. Inklusive Gas steigt die jährliche Belastung bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden um etwa 2.000 Euro.
Sind die neuen Tarife niedriger? Die neuen Tarife, auf die Kunden, die nicht widersprechen, gewechselt werden, sind relativ billiger – aber teurer als die bisher gültigen.

Können die neuen Tarife stärker steigen?Bisher konnten Tarife einmal pro Jahr angepasst werden, jetzt geschieht das zwei Mal, im Frühling und im Herbst. Bei den neuen Tarifen bieten EVN und Wien Energie eine Preisgarantie über ein Jahr. Danach können sie im selben Ausmaß steigen, wie der alte Optima-Tarif. Gebunden sind sie dabei an den Österreichischem Strompreisindex (ÖSPI) und den Verbraucherpreisindex.

Welche Rabattaktionen gibt es? Bei den Rabattaktionen unterscheiden sich Wien Energie und EVN. Während es bei Wien Energie zum Beispiel ein Guthaben gibt – etwa Gratis-Strom bis zu 100 Tagen – wenn sich Kunden für ein Jahr lang binden, gibt es bei EVN einmalig den „blau-gelben Strompreisrabatt“.
Gibt es einen Grund, am bisherigen Optima-Tarif festzuhalten?Ein Vorteil ist laut AK nicht absehbar. Der alte Tarif ist ab September höher und kann bereits im April das nächste Mal angepasst werden.
Warum passen EVN und Wien Energie ihre Tarife im Gleichschritt an? Die beiden Regionalversorger sind seit 2001 in der Energieallianz Austria (EAA) organisiert. Auch die Energie Burgenland ist in der Vertriebsgemeinschaft, sie hat die Tariferhöhung vom Jänner 2023 aber im Gegensatz zu EVN und Wien Energie nicht vorgezogen.

Kurier

Druckabfall bei Nord Stream 2

26. September 2022, Lubmin/Moskau

In der Nacht auf Montag hat es in der Gaspipeline Nord Stream 2 nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Es sei ein Druckverlust in Röhre A festgestellt worden, die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland seien sofort informiert worden, teilte der Sprecher des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, am Montag mit. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.

APA/dpa

E-Wirtschaft will Strompreis anders senken

21. September 2022

Statt Einnahmen abzuschöpfen, soll es an der Börse Höchstpreise für Strom aus Gas und Kohle geben. Gewinner wäre die Wirtschaft.

Die Stromwirtschaft ist mit dem Vorschlag der EU-Kommission zur vorübergehenden Abschöpfung und Umverteilung von Zufallsgewinnen aus den dramatisch gestiegenen Strompreisen im Großhandel wenig überraschend nicht glücklich. Der Branchenverband Oesterreichs Energie hat am Montag ein alternatives Modell vorgestellt, das ebenfalls hohe Zufallsgewinne verhindern soll.

Die Idee: An den Strombörsen würde EU-weit temporär bei den täglichen Stromauktionen ein Höchstpreis für Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken festgelegt. Anders als beim EU-Vorschlag, „der nur Symptome bekämpft“, würden dadurch die Strompreise sinken, sagte der Präsident von Oesterreichs Energie und Verbund-Vorstand, Michael Strugl. Das würde besonders der Wirtschaft helfen und zugleich die Gewinne der Stromfirmen reduzieren.
Die höheren Gestehungskosten müssten den Gas- und Kohlekraftwerksbetreibern von den Staaten kompensiert werden.

„Natürlich würde das Geld kosten und etwas dauern, bis es umgesetzt ist“, sagte Strugl, auch seien, wie beim Vorschlag aus Brüssel, Begleitmaßnahmen nötig. Aber in jedem EU-Staat ein Umverteilungssystem für die Erlöse, die über 180 Euro je Megawattstunde hinausgehen, aufzubauen nehme ebenfalls Zeit in Anspruch. Langfristig müssten in beiden Fällen die Regeln für die Strommärkte reformiert werden.

Oesterreichs Energie drängte am Montag zugleich erneut auf mehr „Tempo, Elan und Intelligenz“ beim Ökostromausbau. Österreich wolle ab 2040 ohne Erdgas und Erdöl auskommen. Um tatsächlich alles von Heizungen, Verkehr bis hin zu Industrieprozessen zu elektrifizieren oder auf grünen Wasserstoff umzustellen, werde sich der Strombedarf fast verdoppeln, sagte die Generalsekretärin des Verbands, Barbara Schmidt.

Kurier

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Deutschland entscheidet spätestens im November zu AKWs

30. September 2022, München/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Die deutsche Regierung will schon in wenigen Wochen die Entscheidung über eine längere Laufzeit der beiden süddeutschen Atomkraftwerke treffen. Eine Regierungsverordnung zum Einsatz des AKW Isar 2 im Jahr 2023 müsse spätestens am 18. November dem Bundestag vorgelegt werden, heißt es im Gesetzentwurf zur Einsatzreserve, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag. Für das zweite AKW Neckarwestheim müsse dies bis zum 2. Dezember feststehen.

APA/ag

Michael Strebl, Wien Energie-GF
 - Wien, APA/HANS PUNZ

KPMG bescheinigt der Wien Energie solide Finanzen

30. September 2022, Wien

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG bescheinigen der Wien Energie finanzielle Stabilität und Zahlungsfähigkeit. Die von KMPG testierte positive Fortbestehensprognose halte fest, dass die Wien Energie "ein zukunftssicheres, stabiles Geschäftsmodell hat", so Wien-Energie Chef Michael Strebl. Der Bericht dazu ist heute an die Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) gegangen, die dem Unternehmen im Auftrag des Bundes einen Kreditrahmen über zwei Mrd. Euro gewährt hat.

APA

Kühlturm des AKW Isar 2
 - Essenbach, APA/dpa

AKW Isar 2 geht am 21. Oktober für eine Woche vom Netz

30. September 2022, München/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Zur Vorbereitung auf einen möglichen Weiterbetrieb geht das deutsche AKW Isar 2 am 21. Oktober für dringend benötigte Wartungs- und Reparaturarbeiten für rund eine Woche vom Netz. "In diesem Stillstand werden die Druckhaltervorsteuerventile revidiert", teilte der Betreiber des 1988 erbauten Meilers, die E.ON-Tochter Preussen Elektra, am Freitag mit. Nach dem Wiederanfahren könne die Anlage mit dem bestehenden Reaktorkern bis voraussichtlich März 2023 weiterlaufen.

APA/dpa

Siemens Energy erwägt bei Gamesa Produktionsauslagerung

30. September 2022, München
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Der deutsche Energietechnikkonzern Siemens Energy erwägt, bei seiner spanischen Problemtochter Siemens Gamesa Teile der Produktion auszulagern. "Der rapide Hochlauf der Windkraft auf See wird bei den Herstellern hohe Investitionen erfordern", sagte der Chef von Siemens Energy, Christian Bruch, in einem am Freitag im Voraus veröffentlichten Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Die Hersteller machten allerdings gerade alle Verluste.

APA/ag