Gastransit nach Italien – Eni übernimmt Gazprom-Garantie

3. Oktober 2022, Rom

Eni hofft, spätestens bis Ende dieser Woche die Engpässe bei der Lieferung von russischem Gas über Österreich nach Italien zu lösen. Der italienische Konzern ist bereit, anstelle von Gazprom 20 Mio. Euro an Garantien an den österreichischen Transporteur zu zahlen, um das vor Tarvis gestoppte Gas nach Italien zu bringen, sagte der CEO von Eni, Claudio Descalzi laut Medienangaben vom Montag.

APA

Austritt von Gas aus Nord-Stream-2 noch nicht zu Ende

3. Oktober 2022, Moskau

Der Austritt von Gas an den beschädigten Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee ist anders als erwartet noch nicht vollständig versiegt. Wie die schwedische Küstenwache mitteilte, hatte sich an der kleineren der beiden Austrittsstellen an der Nord-Stream-2-Leitung in der Wirtschaftszone des Landes die Fläche, an der Gas aus dem Wasser tritt, sogar vergrößert. Sie betrug etwa 30 Meter, nachdem die Küstenwache am Wochenende einen Durchmesser von 15 Meter gemeldet hatte.

APA/dpa

Gaspreise – Deutschland probt den Spagat

3. Oktober 2022, Stuttgart

Die von der deutschen Bundesregierung geplante Gaspreisbremse hat eine Debatte über ihre konkrete Umsetzung ausgelöst. Einer der Knackpunkte ist die Frage, wie trotz der milliardenschweren Entlastung Sparanreize bestehen bleiben können.

APA/dpa

D – LNG-Teminals für fossiles Gas nur Übergangslösung

3. Oktober 2022, Berlin
Deutschlands Umweltministerin Steffi Lemke
 - Berlin, APA/dpa

Deutschlands Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sieht in den derzeit geplanten oder in Bau befindlichen neuen Flüssiggas-Terminals nur eine vorübergehende Lösung zur Bewältigung der aktuellen Energiekrise. "Fossile Flüssiggas-Terminals darf es nur für einen Übergangszeitraum geben", sagte Lemke den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

APA/ag

OMV Petrom baut vier Photovoltaik-Parks in Rumänien

3. Oktober 2022, Bukarest

Die rumänische OMV-Tochter OMV Petrom errichtet gemeinsam mit dem staatlichen Stromversorger CE Oltenia vier Photovoltaikanlagen in Südrumänien. Die Anlagen, die rund 400 Mio. Euro kosten werden, sollen zusammen eine Leistung von rund 450 Megawatt (MW) haben und ab 2024 Strom in das nationale Netz einspeisen, teilte OMV Petrom am Montag mit. Die Europäische Union werde 70 Prozent der Kosten tragen, die beiden Unternehmen den Rest.

APA/ag

Top Artikel der Woche

ARBÖ: Auto vor Start der CO2-Steuer noch volltanken

26. September 2022, Wien

Der ARBÖ rät allen Autofahrern, ihr Auto in der nächsten Woche vollzutanken. "Denn am 1. Oktober kommt die CO2-Steuer, und damit wird Treibstoff pro Liter um gut 8 Cent teurer", erinnerte ARBÖ-Präsident Peter Rezar am Sonntag. Eine Tankfüllung bei einem Fahrzeug mit 50-Liter-Tank koste ab nächstem Samstag um rund vier Euro mehr, weshalb bis kommenden Sonntag mit einem Ansturm auf die Tankstellen zu rechnen sei, so der ARBÖ.

APA

Tarif-Wechsel: Die Crux mit den Regionalversorgern

24. August 2022

Stromanbieter. Wien Energie und EVN heben ihre Standard-Tarife mit September deutlich an. Was das für Konsumenten bedeutet und worauf bei einem Tarif-Wechsel zu achten ist

Viele Kunden von Wien Energie und EVN erhalten dieser Tage Schreiben, die eine Tariferhöhung bei Strom ankündigen. Um die Teuerung abzufedern, haben die Unternehmen Rabatte angekündigt – diese sind aber, wie aus einem Informationsschreiben hervorgeht, an einen Tarifwechsel gebunden.

Pikant daran: Der Wechsel erfolgt automatisch, sofern der Kunde nicht widerspricht. Konsumentenschützer sind alarmiert, die Arbeiterkammer (AK) prüft derzeit eine Klage.

Um wie viel teurer werden Strom und Gas? Die Tariferhöhung tritt am 1. September für Kunden mit dem Standard-Tarif „Optima“ in Kraft. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom kommen auf Kunden von Wien Energie und EVN dadurch jährliche Mehrkosten von etwa 680 Euro zu. Inklusive Gas steigt die jährliche Belastung bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden um etwa 2.000 Euro.
Sind die neuen Tarife niedriger? Die neuen Tarife, auf die Kunden, die nicht widersprechen, gewechselt werden, sind relativ billiger – aber teurer als die bisher gültigen.

Können die neuen Tarife stärker steigen?Bisher konnten Tarife einmal pro Jahr angepasst werden, jetzt geschieht das zwei Mal, im Frühling und im Herbst. Bei den neuen Tarifen bieten EVN und Wien Energie eine Preisgarantie über ein Jahr. Danach können sie im selben Ausmaß steigen, wie der alte Optima-Tarif. Gebunden sind sie dabei an den Österreichischem Strompreisindex (ÖSPI) und den Verbraucherpreisindex.

Welche Rabattaktionen gibt es? Bei den Rabattaktionen unterscheiden sich Wien Energie und EVN. Während es bei Wien Energie zum Beispiel ein Guthaben gibt – etwa Gratis-Strom bis zu 100 Tagen – wenn sich Kunden für ein Jahr lang binden, gibt es bei EVN einmalig den „blau-gelben Strompreisrabatt“.
Gibt es einen Grund, am bisherigen Optima-Tarif festzuhalten?Ein Vorteil ist laut AK nicht absehbar. Der alte Tarif ist ab September höher und kann bereits im April das nächste Mal angepasst werden.
Warum passen EVN und Wien Energie ihre Tarife im Gleichschritt an? Die beiden Regionalversorger sind seit 2001 in der Energieallianz Austria (EAA) organisiert. Auch die Energie Burgenland ist in der Vertriebsgemeinschaft, sie hat die Tariferhöhung vom Jänner 2023 aber im Gegensatz zu EVN und Wien Energie nicht vorgezogen.

Kurier

Gaspreis – Kritik an EU-Maßnahmen aus Österreich

30. September 2022, Wien

Österreichische Interessensvertretungen und Organisationen haben mit Kritik auf die europäische Einigung zur Bewältigung der Energiekrise, darunter etwa eine Steuer auf Krisengewinne, reagiert. Während die angedachten Maßnahmen der Arbeiterkammer (AK), dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) sowie der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht weit genug gehen, begegnen die Wirtschaftskammer (WKÖ), die E-Wirtschaft und EcoAustria den Maßnahmen grundlegend skeptisch.

APA

Druckabfall bei Nord Stream 2

26. September 2022, Lubmin/Moskau

In der Nacht auf Montag hat es in der Gaspipeline Nord Stream 2 nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Es sei ein Druckverlust in Röhre A festgestellt worden, die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland seien sofort informiert worden, teilte der Sprecher des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, am Montag mit. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.

APA/dpa

Offenbar auch aus Nord Stream 1 kein Gasaustritt mehr

3. Oktober 2022, Moskau/Stockholm

Nach Einschätzung dänischer Behörden tritt aus den beschädigten Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee mittlerweile wohl kein Gas mehr aus. Man sei vom Betreiber, der Nord Stream AG, informiert worden, dass sich auch bei Nord Stream 1 mittlerweile der Druck in der Pipeline stabilisiert habe, teilte die Behörde Sonntagnachmittag auf Twitter mit. Das deute darauf hin, dass kein Gas mehr austrete. Den gleichen Stand hatten die Dänen am Samstag bereits zu Nord Stream 2 mitgeteilt.

APA/ag