Unterstützung aus Afrika

25. Mai 2022

Auf der Suche nach neuen Gasquellen klopft Europa im Süden an.

Im Senegal herrscht Goldgräberstimmung. Denn vor der Küste des westafrikanischen Landes soll bald Gas in großen Mengen gefördert werden. Bereits 2018 einigte man sich mit dem nördlichen Nachbarn Mauretanien, das große Gasvorkommen Greater Tortue Ahmeyim-Projekt (GTA) vor der Küste der beiden Länder gemeinsam auszubeuten. Senegals Präsident Macky Sall hat nun große Pläne. Bis 2035 soll der massive Ausbau des Energiesektors zu einer treibenden Kraft des Landes werden. Vor allem auch weil die zahlungskräftigen Kunden aus Europa Interesse zeigen.
Am Sonntag besuchte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz den Senegal. Die Gasquellen sind sehr attraktiv geworden, nachdem die Europäer nach dem russischen Angriff in der Ukraine händeringend Ersatz für russisches Gas und Öl suchen.

Nur könnte sich jetzt rächen, dass gerade die Europäer und auch Deutschland auf der Klimakonferenz in Glasgow im November 2021 darauf gedrungen hatten, die Finanzierung und Erschließung neuer fossiler Vorkommen deutlich zu erschweren. Dabei hatte Senegals Präsident Sall damals ausdrücklich davor gewarnt, dass dies „fatale Kosten“ für die Entwicklung etwa seines Landes habe. Die Regierung in Dakar hat bereits klargemacht: Gas bekommt, wer sich bei der Erschließung engagiert.

Mittlerweile räumt auch die deutsche Bundesregierung einen Trend zum Umdenken ein. „Sie wissen ja, dass die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Entwicklungsbanken dazu eine restriktive Haltung haben“, sagte ein Regierungsvertreter zu Projekten mit fossilen Energieträgern. Aber der Druck zur Diversifizierung der Lieferquellen sei durch den russischen Angriff „noch einmal akuter“ geworden. Jetzt heißt es zu einer möglichen Finanzierung: „Wir sehen das durchaus als eine Möglichkeit an.“ Einige deutsche Firmen seien auch an der Explorationen beteiligt. „Insofern wollen wir offen darüber sprechen, ob und wie wir dabei zusammenarbeiten können, aber dabei sind wir noch nicht in der Phase der Vertragsreife.“ Zugleich betont man die Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien, etwa der Photovoltaik.

Wiener Zeitung

Energieverbrauch senken

25. Mai 2022

Ganzheitlich. Kostenreduktion und neue unternehmerische Wertschöpfung erfordern intelligent vernetztes Datenmanagement.

Die Energiekosten haben sich für heimische Industrieunternehmen radikal verteuert. Der Preis für Strom stieg im Vergleich zum Vorjahr zeitweise um das Zehnfache, der Gaspreisindex um rund 500 Prozent. Neben den Energiekosten, die auf die betriebswirtschaftliche Kalkulation der Fertigung durchschlagen, müssen Unternehmen auch die Belastung der Klimaauflagen berücksichtigen. Der grüne Fußabdruck wird etwa für die Auftragsvergabe an Sublieferanten oder bei der Kapitalvergabe immer wichtiger.

All diese Kostenanstiege sind aktuell der Haupttreiber für ein optimiertes Energiemanagement. Ein wesentlicher Ansatz hat mit der Vernetzung von Energiedaten, Maschinendaten und Betriebsdaten zu tun. Erfahrungsgemäß liegen im Produktionsprozess beim Einsatz von Hitze, Kälte, Druckluft oder Beleuchtung wichtige Stellschrauben für einen reduzierten Energieverbrauch. Eine Vielzahl umgesetzter Projekte zeigt, dass sich allein mit der richtigen Energiesteuerung derartiger Abläufe bis zu zwanzig Prozent Energie einsparen lassen, bei traditionell gesteuerten Anlagen bis zu vierzig.

Praktisch startet ein smartes Energiemanagement mit einem Stufenmodell, bei dem einmal die Energiedaten aus verschiedensten Quellen erfasst werden. Maschinen mit Datenschnittstellen und konventionellen Zählern lassen sich mit Ausleseeinheiten einfach digitalisieren. Neue Messpunkte werden bei Bedarf mit zusätzlicher Sensorik eingerichtet. Um dann die Energieverbräuche in einen Kontext zu setzen, werden auch ergänzende Maschinen-, Umgebungs- oder Auftragsdaten einbezogen.

Das ergibt ein scharfes Bild, welche Faktoren den Energiebedarf einer Anlage bestimmen und damit die Bilanz des Unternehmens beeinflussen. Sinnvoll ist ein ganzheitlicher Ansatz, wo für die Analyse so viele relevante Systeme wie nötig hinzugezogen werden. Diese Vernetzung ermöglicht dann weitere Optimierungen der Prozesse. So wird etwa die Instandhaltung benachrichtigt, sobald ein Grenzwert überschritten wird. Smartes Energiemanagement verdeutlicht sich schon am Beispiel einer vergleichsweise kleinen Bäckerei. Hier erwies sich die Kühlkammer als Aktionspunkt, die nun auch als Speicher genutzt wird. Immer, wenn die Solaranlage mehr Strom erzeugt als für den aktuellen Betrieb nötig, wird ein Kältevorrat angelegt und Energie für knappere Zeiten gespeichert.

Die Presse

voestalpine-Chef warnt vor Gasembargo

25. Mai 2022, Wien/Linz

Voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner und IV-Präsident Georg Knill warnen vor den Folgen eines Gasembargos. Sollte es in Europa zu einem Ausfall der Gaslieferungen kommen, wäre dies "dramatisch" und "nicht oder schwer managebar", sagt voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner: "Ohne Gas keine Stahllieferungen" und ganz allgemein würden wesentliche industrielle Prozesse zum Stillstand kommen.

APA

Weniger EVN-Halbjahresgewinn durch sprunghafte Energiemärkte

25. Mai 2022, Wien/Maria Enzersdorf
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Die Verwerfungen auf den Energiemärkten - mit historisch hohen Preisen für Primärenergie, CO2-Zertifikate sowie Grund- und Spitzenlaststrom - haben beim niederösterreichischen Energieversorger EVN auch im ersten Geschäftshalbjahr 2021/22 auf die operativen Ergebnisse und den Nettogewinn gedrückt. Dennoch hat das börsenotierte Unternehmen am Mittwoch für das Gesamtjahr (per 30.9.) die Jahresprognose von 200 bis 240 Mio. Euro bestätigt.

APA

Nehammmer lobt Verbund für Gutschrift

25. Mai 2022, Wien
Nehammer drohte Verbund mit Gewinnabschöpfung
 - Wien, APA/ROLAND SCHLAGER

Nachdem Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) kürzlich laut darüber nachgedacht hat, den Gewinn der teilstaatlichen Verbund AG abzuschöpfen, lobt dieser nun dessen Tarifgestaltung. "Das Unternehmen geht mit gutem Beispiel voran und schreibt all seinen Kunden zwei Monatsrechnungen gut. Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen bekommen weitere 2 Monate gutgeschrieben", erklärte Nehammer am Dienstag in einer Medieninformation des Kanzleramts.

APA

Top Artikel der Woche

Erneuerbaren-Ausbau senkt längerfristig Strompreise

19. Mai 2022, Wien

Der Ausbau erneuerbaren Energien muss auch in Österreich beschleunigt werden, um die Klimaziele zu erreichen. Auch die Strompreise könnten damit längerfristig wieder nach unten gebracht werden, sagte Verbund-Chef Michael Strugl am Donnerstag bei einer Online-Diskussion. Eine zentrale Rolle haben nun die für die Errichtung der Anlagen notwendigen Flächen. Die Festlegung von Eignungszonen könnte einen Beitrag zu rascheren Verfahren leisten.

APA

Kostenfalle Fernwärme bei Wien Energie: Preis verdoppelt

30. März 2022

Erdgas. Die Müllverbrennung alleine reicht nicht für Heizung und Warmwasser

Die Bewohner eines Mehrparteienhauses in Wien staunten nicht schlecht: Die monatlichen Kosten für die Fernwärme, mit der sie Heizung und Warmwasser beziehen, haben sich diesen Winter schlagartig verdoppelt. Die Bewohner wendeten sich an den KURIER, da die Erklärungen dazu eher schwammig waren. Die mehrere Seiten lange Berechnung liegt der Redaktion vor.

Geht das also? Gleich 100 Prozent mehr für Heizung und Warmwasser, eine Erhöhung im dreistelligen Bereich? Nun: 20 Prozent der Anhebung entfallen nicht auf den Wärmelieferanten Wien Energie, sondern auf einen Energiedienstleister, der für die Hausverwaltung die Verrechnung übernimmt. Da die Kosten erst mit Verzögerung an die Bewohner weitergegeben wurde, so wird erklärt, falle die Erhöhung der Vorschreibung um 20 Prozent höher aus. Der Großteil der verbliebenen 80 Prozent geht auf eine Anhebung der Vorschreibung von Wien Energie zurück – und zwar, obwohl der Verbrauch im Jahresvergleich nur um zehn Prozent gestiegen ist.

Einerseits kommt auf die Bewohner eine Nachzahlung zu. Neben dem höheren Verbrauch wirkt sich dabei der höhere Gaspreis im vergangenen Jahr aus – denn die Wiener Fernwärme ist zu einem Gutteil fossil, die Müllverbrennung hat nicht ausreichend Leistung. Der Großhandelspreis für Gas hat sich im letzten Jahr – und schon vor dem Ukraine-Krieg – vervielfacht. Und da der Vertrag mit dem Großhandelspreis steigt und fällt („Indexierung“) hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass die Energiekosten höher waren als veranschlagt. Bei einem um zehn Prozent höheren Verbrauch betragen die Mehrkosten etwa ein Drittel.

Zweitens wirkt dieser Mechanismus auch in die Zukunft: Das bedeutet, dass die Akontovorschreibung für das laufende Jahr um 45 Prozent erhöht wurde, heißt es bei Wien Energie auf Anfrage des KURIER. „Ziel der Akontovorschreibungen ist immer, die Jahreskosten im Vorhinein bestmöglich abzubilden“, Nachzahlungen sollen so vermieden werden.

Kurier

„GeoTief Wien“ ortet heißes Wasser in 3.000 Metern

20. Mai 2022, Wien

Geothermie ist nicht erst seit dem Ukraine-Krieg und der Debatte über einen möglichen Gasboykott Russlands einer der Hoffnungsträger der Energiewende. Auch in Wien vermutete man große Energiereserven in Form von heißem Wasser unter dem Stadtgebiet. 2012 wurde eine Bohrung jedoch ein teurer Fehlschlag. Vor einem neuen Versuch hat man 2016 ein umfangreiches Sondierungsprojekt gestartet, das seit kurzem Grünes Licht geben kann. Das geortete Reservoir liegt in 3.000 Meter Tiefe.

APA

Grüner Wasserstoff made in Austria

19. Mai 2022

Österreichs Produktion von grünem Wasserstoff läuft an. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Wir zeigen Pionierprojekte von Tirol bis Wien, die für die Dekarbonisierung entscheidend sein können.

Der niedere Pavillon mit begrüntem Flachdach am Bachrand des Naturdenkmals Völser Gießen sieht so unspektakulär aus wie ein modernes Einfamilienhaus -doch in seinem Inneren pocht ein mehr als potentes Herz: Hier, am eigenen Betriebsgelände in Völs bei Innsbruck, nahm der Tiroler Lebensmittelhändler Mpreis im März die Produktion von grünem und damit klimaneutralem (siehe Seite 72, Kasten "H 2-Farbenlehre") Wasserstoff auf -und zählt damit zu den H 2-Vorreitern Österreichs. Im Erdgeschoß des schlichten Betonbaus werkt nun die größte Single-Stack-Elektrolyseanlage Europas (Investitionsvolumen: 13 Millionen Euro, zur Hälfte Fördermittel). Baubeginn für das Mpreis-Elektrolyse-Gebäude war im August 2020, "bereits ein Jahr später zerlegten wir erstmals Wasser", freut sich Wolfgang Madl, Leiter Energie bei Mpreis. Herzstück ist der rund sieben Meter lange, drei Meter hohe Elektrolyseur. Er besteht aus einem Einzelstapel, an dem eine Vielzahl an Elektrolysezellen (mit Membran, Anode und Kathode) dicht aneinander liegen, und kann bis zu 55 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde liefern (das Gas Wasserstoff wird in Kilogramm gemessen).

Für die bauliche Umsetzung nutzte Mpreis heimische Expertise: Das auf komplexe Industrie-und Infrastrukturprojekte spezialisierte Innsbrucker Ingenieurbüro ILF Consulting Engineers leistete gemeinsam mit Mpreis Pionierarbeit. Ewald Perwög, Projektinitiator und Leiter von Mpreis Sustainable Energy Solutions: "Es gibt keine 'Blaupause', wie Wasserstoff im Umfeld eines Lebensmittelhändlers erzeugt und nachhaltig genutzt werden kann. Gemeinsam tasteten wir uns an die Lösungen heran."

Neuartig ist die vielfältige Implementierung des grünen Wasserstoffs in der Mpreis-Betriebskette von der eigenen H 2-Produktion über die Nutzung in Bäckerei und Fuhrpark bis zur Distribution über die eigene Wasserstoff-Tankstelle. Ziel ist, den hochwertigen Energieträger im Rahmen der sektorenübergreifenden Tiroler Wasserstoff -Initiative HyWest anderen Anwendern bereitzustellen. Gemeinsam mit Tiwag, Tigas und den Zillertaler Verkehrsbetrieben legt Mpreis den Grundstein für eine grüne Wasserstoff-Wirtschaft in Tirol.

Gewinn

Deutscher Altkanzler hatte erst unlängst Rosneft-Posten niedergelegt
 - Paris, APA/AFP

Schröder will kein Aufsichtsratsmandat bei Gazprom

25. Mai 2022, Moskau

Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder hat nach eigenen Angaben schon vor längerer Zeit auf die Nominierung für den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom verzichtet. Dies habe er dem Unternehmen auch mitgeteilt, teilte Schröder am Dienstagabend auf dem Online-Portal "Linkedin" mit. Die Authentizität des Beitrags wurde der Deutschen Presse-Agentur aus seinem Umfeld bestätigt. Gazprom hatte am Dienstag bekannt gegeben, Schröder nominiert zu haben.

APA/Reuters

Gas für Reserve stammt zum Teil auch aus Russland
 - Stuttgart, APA/dpa

Österreich kauft erstes Erdgas für Gasreserve an

24. Mai 2022, Wien/Moskau

Die Bundesregierung hat die ersten 7,7 Terawattstunden (TWh) Gas für die strategische Reserve angekauft und dafür 958 Mio. Euro bezahlt. Die Ausschreibung wurde am Montag beendet, wie das für Energie zuständige Klimaministerium am Dienstag mitteilte. Die Summe umfasst auch die Speicherkosten. Woher das Gas stammt, ist unklar, da es am Gasmarkt keine Herkunftsnachweise gibt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass auch russisches Gas darunter sei, erläuterte ein Sprecher.

APA

Öl-Embargo – Wifo hält Importzölle für vorteilhafter

24. Mai 2022, Wien/Brüssel/Moskau

Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo würde Importzölle einem Embargo auf russisches Öl vorziehen. "Importzölle dürften im Vergleich zu einem Öl-Embargo mehrere Vorteile aufweisen. Durch eine graduelle Erhöhung verläuft die Anpassung der heimischen Wirtschaft über Preiseffekte besser als über eine unmittelbare Mengenreduktion", erklärte das Institut zu einer am Dienstag veröffentlichten Analyse.

APA

Linz AG erhöht Strompreise für Bestandskunden

24. Mai 2022, Linz

Die Linz AG erhöht per 1. Juli die Strompreise. Die Maßnahme sei durch hohe Beschaffungskosten nötig geworden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Es sei die erste Tariferhöhung für Bestandskunden seit zwölf Jahren. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh machen die Mehrkosten 18,44 Euro pro Monat aus, rechnete das Unternehmen vor.

APA