Kein Hinweis auf Vorsatztat nach Raffinerie-Unfall bei OMV

29. September 2022, Wien/Schwechat
Verfassungsschutz seit unmittelbar nach dem Unglück aktiv
 - Schwechat, APA/TOBIAS STEINMAURER

Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hat keine Hinweise darauf, dass es sich beim Unfall in der OMV-Raffinerie Schwechat Anfang Juni um Sabotage gehandelt haben könnte. Das teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Auch die OMV hat entsprechende Medienberichte dementiert. "Demgemäß hat auch die DSN gegenüber der OMV bestätigt, dass es keinerlei Ermittlungen gibt", teilte die OMV am Donnerstag mit.

APA

Energieintensive Betriebe bekommen CO2-Steuer zurück

29. September 2022, Wien

Zwar startet am Samstag die CO2-Besteuerung mit 30 Euro je Tonne CO2, zahlreiche energieintensive Betriebe erhalten diese aber rückerstattet, teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. Damit sollen besonders energieintensive Branchen international wettbewerbsfähig bleiben und mögliche Doppelbelastungen durch den EU-Emissionshandel vermieden werden. Die Unternehmen müssen die Steuer aber vorfinanzieren - Rückerstattungen für 2022 können ab April 2023 beantragt werden.

APA

Gas-Großhandelspreise für Oktober weiter gestiegen

29. September 2022, Wien

Die Gas-Großhandelspreise für Oktober sind einmal mehr weiter nach oben geklettert. Im Vergleich zum Vormonat September stieg der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) um gut ein Fünftel (21 Prozent) an. Gegenüber dem Oktober des Vorjahres beträgt die Steigerung satte 340,4 Prozent, der Index liegt nun bei 955,64 Punkten, teilte die Österreichische Energieagentur am Donnerstag mit.

APA

Kocher will Gaspreis bei Stromerzeugung deckeln

29. September 2022, Wien
Staatliche Hilfen für Kocher nur Übergangslösung
 - Wien, APA/FLORIAN WIESER

Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) hat sich am Donnerstag dafür stark gemacht, den Preis von Gas, das für die Stromerzeugung verwendet wird, zu deckeln. Zugleich müsse die Differenz zum Marktpreis subventioniert werden, weil es sonst zu Versorgungsengpässen kommen könnte, sagte Kocher vor dem EU-Wettbewerbsrat in Brüssel. Wie viel das kosten werde sei schwer zu sagen, weil das vom Marktpreis abhänge. Aber es wäre eine schnelle Lösung, um den Strompreis zu senken.

APA

Wien-Energie: Noch keine Sicherheiten des Bundes beansprucht

29. September 2022, Wien
Strebl verteidigte einmal mehr das Vorgehen seines Unternehmens
 - Wien, APA/THEMENBILD

Wien-Energie-Chef Michael Strebl sieht weiterhin keine Verfehlungen bei dem stadteigenen Unternehmen und verweist darauf, dass die Sicherheiten des Bundes bisher nicht benötigt wurden. Es sei "bisher noch kein einziger Cent" davon abgerufen worden. Dass der Energieversorger, wie der "Kurier" in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, aus dem Cash-Pooling des Mutterkonzerns Wiener Stadtwerke 600 Mio. Euro erhalten hatte, bestätigte Strebl heute in der "ZIB2".

APA

Top Artikel der Woche

ARBÖ: Auto vor Start der CO2-Steuer noch volltanken

26. September 2022, Wien

Der ARBÖ rät allen Autofahrern, ihr Auto in der nächsten Woche vollzutanken. "Denn am 1. Oktober kommt die CO2-Steuer, und damit wird Treibstoff pro Liter um gut 8 Cent teurer", erinnerte ARBÖ-Präsident Peter Rezar am Sonntag. Eine Tankfüllung bei einem Fahrzeug mit 50-Liter-Tank koste ab nächstem Samstag um rund vier Euro mehr, weshalb bis kommenden Sonntag mit einem Ansturm auf die Tankstellen zu rechnen sei, so der ARBÖ.

APA

Tarif-Wechsel: Die Crux mit den Regionalversorgern

24. August 2022

Stromanbieter. Wien Energie und EVN heben ihre Standard-Tarife mit September deutlich an. Was das für Konsumenten bedeutet und worauf bei einem Tarif-Wechsel zu achten ist

Viele Kunden von Wien Energie und EVN erhalten dieser Tage Schreiben, die eine Tariferhöhung bei Strom ankündigen. Um die Teuerung abzufedern, haben die Unternehmen Rabatte angekündigt – diese sind aber, wie aus einem Informationsschreiben hervorgeht, an einen Tarifwechsel gebunden.

Pikant daran: Der Wechsel erfolgt automatisch, sofern der Kunde nicht widerspricht. Konsumentenschützer sind alarmiert, die Arbeiterkammer (AK) prüft derzeit eine Klage.

Um wie viel teurer werden Strom und Gas? Die Tariferhöhung tritt am 1. September für Kunden mit dem Standard-Tarif „Optima“ in Kraft. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom kommen auf Kunden von Wien Energie und EVN dadurch jährliche Mehrkosten von etwa 680 Euro zu. Inklusive Gas steigt die jährliche Belastung bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden um etwa 2.000 Euro.
Sind die neuen Tarife niedriger? Die neuen Tarife, auf die Kunden, die nicht widersprechen, gewechselt werden, sind relativ billiger – aber teurer als die bisher gültigen.

Können die neuen Tarife stärker steigen?Bisher konnten Tarife einmal pro Jahr angepasst werden, jetzt geschieht das zwei Mal, im Frühling und im Herbst. Bei den neuen Tarifen bieten EVN und Wien Energie eine Preisgarantie über ein Jahr. Danach können sie im selben Ausmaß steigen, wie der alte Optima-Tarif. Gebunden sind sie dabei an den Österreichischem Strompreisindex (ÖSPI) und den Verbraucherpreisindex.

Welche Rabattaktionen gibt es? Bei den Rabattaktionen unterscheiden sich Wien Energie und EVN. Während es bei Wien Energie zum Beispiel ein Guthaben gibt – etwa Gratis-Strom bis zu 100 Tagen – wenn sich Kunden für ein Jahr lang binden, gibt es bei EVN einmalig den „blau-gelben Strompreisrabatt“.
Gibt es einen Grund, am bisherigen Optima-Tarif festzuhalten?Ein Vorteil ist laut AK nicht absehbar. Der alte Tarif ist ab September höher und kann bereits im April das nächste Mal angepasst werden.
Warum passen EVN und Wien Energie ihre Tarife im Gleichschritt an? Die beiden Regionalversorger sind seit 2001 in der Energieallianz Austria (EAA) organisiert. Auch die Energie Burgenland ist in der Vertriebsgemeinschaft, sie hat die Tariferhöhung vom Jänner 2023 aber im Gegensatz zu EVN und Wien Energie nicht vorgezogen.

Kurier

Druckabfall bei Nord Stream 2

26. September 2022, Lubmin/Moskau

In der Nacht auf Montag hat es in der Gaspipeline Nord Stream 2 nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Es sei ein Druckverlust in Röhre A festgestellt worden, die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland seien sofort informiert worden, teilte der Sprecher des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, am Montag mit. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.

APA/dpa

E-Wirtschaft will Strompreis anders senken

21. September 2022

Statt Einnahmen abzuschöpfen, soll es an der Börse Höchstpreise für Strom aus Gas und Kohle geben. Gewinner wäre die Wirtschaft.

Die Stromwirtschaft ist mit dem Vorschlag der EU-Kommission zur vorübergehenden Abschöpfung und Umverteilung von Zufallsgewinnen aus den dramatisch gestiegenen Strompreisen im Großhandel wenig überraschend nicht glücklich. Der Branchenverband Oesterreichs Energie hat am Montag ein alternatives Modell vorgestellt, das ebenfalls hohe Zufallsgewinne verhindern soll.

Die Idee: An den Strombörsen würde EU-weit temporär bei den täglichen Stromauktionen ein Höchstpreis für Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken festgelegt. Anders als beim EU-Vorschlag, „der nur Symptome bekämpft“, würden dadurch die Strompreise sinken, sagte der Präsident von Oesterreichs Energie und Verbund-Vorstand, Michael Strugl. Das würde besonders der Wirtschaft helfen und zugleich die Gewinne der Stromfirmen reduzieren.
Die höheren Gestehungskosten müssten den Gas- und Kohlekraftwerksbetreibern von den Staaten kompensiert werden.

„Natürlich würde das Geld kosten und etwas dauern, bis es umgesetzt ist“, sagte Strugl, auch seien, wie beim Vorschlag aus Brüssel, Begleitmaßnahmen nötig. Aber in jedem EU-Staat ein Umverteilungssystem für die Erlöse, die über 180 Euro je Megawattstunde hinausgehen, aufzubauen nehme ebenfalls Zeit in Anspruch. Langfristig müssten in beiden Fällen die Regeln für die Strommärkte reformiert werden.

Oesterreichs Energie drängte am Montag zugleich erneut auf mehr „Tempo, Elan und Intelligenz“ beim Ökostromausbau. Österreich wolle ab 2040 ohne Erdgas und Erdöl auskommen. Um tatsächlich alles von Heizungen, Verkehr bis hin zu Industrieprozessen zu elektrifizieren oder auf grünen Wasserstoff umzustellen, werde sich der Strombedarf fast verdoppeln, sagte die Generalsekretärin des Verbands, Barbara Schmidt.

Kurier

EU-Kommissarin Ylva Johansson lässt kritische Infrastruktur testen
 - Brussels, APA/AFP

Viertes Leck an Nord-Stream-Pipelines entdeckt

29. September 2022, Kiew (Kyjiw)/Moskau/Washington

Die schwedische Küstenwache hat nach eigenen Angaben ein viertes Gasleck an den beschädigten Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee entdeckt. An den russischen Pipelines waren Anfang der Woche innerhalb kurzer Zeit in dänischen und schwedischen Gewässern zunächst drei Lecks entdeckt worden. Die genaue Ursache ist unklar. Westliche Sicherheitsexperten gehen aber von Sabotage aus. Seitens der EU wurden Tests der kritischen Infrastruktur angekündigt.

APA/dpa/Reuters

LNG-Projekt in Lubmin schreibt ab Oktober Kapazitäten aus

28. September 2022, Lubmin

In Abstimmung mit der deutschen Bundesnetzagentur will der private Flüssiggas-Terminal-Betreiber Deutsche Regas ab 10. Oktober Kapazitäten für den Gasimport ausschreiben. Wie das Unternehmen mitteilte, müssen Importeure - die das schwimmende LNG-Terminal im vorpommerschen Lubmin ab Anfang Dezember nutzen wollen - verbindliche Angebote abgeben. Einheitliche Regeln und Mechanismen für die Zusage der Kapazitäten müssen der Ankündigung nach noch festgelegt werden.

APA/dpa

Die Folgen des Lecks sind deutlich sichtbar
 - Dueodde, DANISH DEFENCE

EU und NATO sprechen von Pipeline-Sabotage

28. September 2022, Moskau/Kiew (Kyjiw)

Die EU hält Sabotage als Ursache für die Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 für wahrscheinlich. "Alle verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass diese Lecks das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung sind", erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch. Jede vorsätzliche Störung der europäischen Energieinfrastruktur werde mit einer "robusten Reaktion beantwortet". Auch die NATO spricht von Sabotage. Der Kreml weist jede Verantwortung zurück.

APA/dpa/Reuters

Unternehmen bekommen 1,3 Mrd. Energiekostenzuschuss

28. September 2022, Schwaz
Regierung stützt die Unternehmen
 - Leipzig, APA/dpa-Zentralbild

Die Regierung hat am Mittwoch die Förderrichtlinie zum bereits im Sommer beschlossenen Unternehmens-Energiekostenzuschuss-Gesetz präsentiert. Energieintensive Unternehmen sollen mit insgesamt 1,3 Mrd. Euro gefördert werden. Betriebe, deren Energiekosten mindestens 3 Prozent ihres Umsatzes betragen, können den Zuschuss ab Mitte November beantragen - das Geld soll noch heuer fließen. Gefördert wird nur, wer auf Heizschwammerln und Geschäftsbeleuchtung in der Nacht verzichtet.

APA