Vorerst keine LNG-Lieferungen von Kanada nach Deutschland

18. August 2022, Berlin

Kanada wird Deutschland wohl erst mittelfristig mit Flüssiggas beliefern können. Das betonten deutsche Regierungsvertreter am Donnerstag vor der Reise von Kanzler Olaf Scholz und Vizekanzler Robert Habeck nach Kanada. In den nächsten ein, zwei Jahren seien keine Lieferungen zu erwarten, weil dafür die Infrastruktur in Kanada fehle. Man sei aber an einem Dialog über eine mögliche Versorgung interessiert.

APA/ag

E-Control bereitet sich auf möglichen Gasmangel vor

18. August 2022, Wien

Die Energie-Regulierungsbehörde E-Control hat am Donnerstag eine Verordnung in Begutachtung geschickt, die helfen soll, bei einem Gasmangel besser über die Runden zu kommen. Novelliert wird die Gas-Marktmodell-Verordnung 2020. Sie wird ergänzt um die strategische Gasreserve, die FlexMOL und wie Tirol und Vorarlberg über das deutsche Gasnetz versorgt werden.

APA

In Deutschland wird MwSt. auf Gas vorübergehend gesenkt

18. August 2022, Berlin
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz
 - Berlin, APA/dpa

Die deutsche Regierung will für einen befristeten Zeitraum bis 2024 einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Erdgas verlangen. Die Steuer solle von bisher 19 auf 7 Prozent verringert werden, gab Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag bekannt. Er hat angesichts der steigenden Energiepreise auch ein neues Entlastungspaket in den kommenden Wochen angekündigt. Die SPÖ reagierte auf die Steuersenkung mit der Forderung nach weiteren teuerungsdämpfenden Maßnahmen in Österreich.

APA/dpa-AFX

Sachslehner für Energiepreiskompensation bei Unternehmen

18. August 2022, Wien
ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner
 - Wien, APA/HANS PUNZ

Für eine deutliche Entlastung der Wirtschaft tritt ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner ein. Die aktuell hohen Energiepreise würden nicht nur die privaten Haushalte massiv belasten, sondern auch die Wirtschaft treffen, führte Sachslehner bei einem Pressegespräch am Donnerstag aus.

APA

RHI Magnesita wappnet sich für Erdgas-Engpass

18. August 2022, Veitsch/Wien
Bundeskanzler Karl Nehammer besuchte RHI Magnesita
 - ST

Drohende Engpässe bei der Gasversorgung bereiten der energieintensiven österreichischen Industrie Sorgen. Die steirischen Industriebetriebe bereiten sich auf unterschiedliche Szenarien der Versorgung mit Gas vor. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat sich am Donnerstag in der Veitsch angesehen, wie sich der Feuerfestkonzern RHI Magnesita dort auf die Energieknappheit und die Sicherstellung des Betriebs vorbereitet.

APA

Top Artikel der Woche

Boltz: Aus für Merit-Order-Prinzip brächte preislich wenig

10. Mai 2022, Wien

Auch ein Abgehen von der sogenannten Merit Order zur Strompreisbildung, wonach das jeweils letzte - in der Regel teuerste - (Gas-)Kraftwerk das Preisniveau bestimmt, würde nach Meinung des Energie-Experten Walter Boltz nicht viel ändern. Würde man stattdessen etwa ein Pool-Modell anwenden, würde es preislich "nicht um so viel besser", so Boltz im Radio. Zuletzt hatte die WKÖ eine Änderung des Prinzips verlangt, die AK machte sich für einen Gaspreisdeckel für Kraftwerke stark.

APA

Hektarweise Sonnenstrom auf Feld und Wiese?

12. August 2022, Linz

Studie: Mit 200 Photovoltaik-Großanlagen könnte Oberösterreich ein Sechstel seines Strombedarfs decken Die stark gestiegenen Stromkosten zeigen die Dringlichkeit, Auswege aus der Energiekrise zu finden. Einer könnte die so genannte Agri-PV sein: Sonnenstromproduktion auf agrarischen Flächen, bei denen 80 Prozent des Feldes oder der Wiese landwirtschaftllich genutzt werden. Maximal fünf Prozent dürfen für Infrastruktur wie z.B.: […]

Oberösterreichische Nachrichten

RHI-Magnesita-Chef will „klare Energiestrategie“ in Europa

8. August 2022, Wien

Die hohen Energiepreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit Europas, warnte der Chef des Feuerfestkonzerns RHI Magnesita, Stefan Borgas, am Montag im Interview mit der "Kleinen Zeitung". Ohne eine "klare Energiestrategie", wie Europa wieder wettbewerbsfähig wird, müsse das Unternehmen im kommenden Jahr über Produktionsverlagerungen nachdenken, so Borgas. Neben grünem Wasserstoff müsse auch Atomkraft und Fracking in Österreich als Teil der Lösung diskutiert werden.

APA

„Strompreise steigen 2023 erneut um 100 Prozent“

1. Juni 2022

Theodor Tanner. Ex-Chef der Bundeswettbewerbsbehörde sieht die EU in der Pflicht

In den vergangenen Wochen sind die Preise für Energie massiv gestiegen. Beim Verbund etwa betrug der Zuwachs im Durchschnitt 77 Prozent. Viele Verbraucher ächzen unter diesem Anstieg. Doch es könnte noch schlimmer kommen, glaubt man Theodor Thanner. Er war bis vor kurzem Chef der heimischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB. Bis Mai hätten die Preise an der Stromhandelsbörse in Leipzig bereits um rund 30 Prozent zugelegt. „Rechnet man
das aufs ganze Jahr hoch, kommt man auf 100 Prozent.“ Das würde bedeuten, dass die Preise im kommenden Jahr in diesem Ausmaß erneut steigen würden. Thanner will das so nicht akzeptieren.

„Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, sagte er im Klub der Wirtschaftsjournalisten. Der Strommarkt sei kein freier Markt. Daher fordert er die EU-Kommission auf, tätig zu werden. „Sie sollte sich intensiv mit der Merit-Order beschäftigen.“ Diese besagt, dass das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Stromnachfrage benötigt wird, den Preis bestimmt. Das ist meist ein Gaskraftwerk – und wegen der aktuell hohen Gaspreise ist auch der Strom teuer.
Konkret sollte die EU sich in dem Zusammenhang damit beschäftigen, ob das Kartellrecht hier greifen könnte. „Das System ist nicht wettbewerbsfördernd.“ Zudem hinterfragt er generell die Merit-Order. „Man könnte auch den Strom- vom Gaspreis lösen.“ Dies sei natürlich nicht von heute auf morgen möglich, „sonst würden die Märkte zusammenbrechen.“

Des Weiteren sei die Einführung einer Obergrenze für den Gaspreis möglich, wie dies etwa schon Spanien oder Portugal vollzogen haben.

Kurier

Deutsche Netzagentur hält regionalen Gasmangel für wahrscheinlich

18. August 2022, Berlin/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Die deutsche Bundesnetzagentur rechnet damit, dass es im kommenden Winter zumindest regional einen Gasmangel in Deutschland geben könnte. "Vermutlich wären die Einschränkungen erst einmal temporär und können auch wieder enden oder mehrfach auftreten", sagte Behördenchef Klaus Müller dem Nachrichtenportal T-Online in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. In dem Fall müsse man dafür sorgen, dass Gas gut durchs Land transportiert werde.

APA/dpa