Smartes Energiemanagement statt teurer Netzausbau

20. November 2020, Wien
Siemens startete Pilotprojekt in Wien Floridsdorf
 - Wien, Siemens

Wenn der lokale Energiebedarf steigt, etwa durch E-Mobilität, gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein oft kostspieliger Netzausbau ist die eine, smarte Mini-Netze – geht es nach Siemens Österreich – die womöglich bessere Option, weil sie Erzeugung und Verbrauch vor Ort koppeln. Deshalb hat das Unternehmen vor wenigen Wochen den „Campus Microgrid“ am Firmensitz in Wien Floridsdorf in Betrieb genommen.

Elektroautos stehen bei den Österreichern – nicht zuletzt wegen der höheren Förderungen – aktuell hoch im Kurs. Darauf werden auch Unternehmen mit Mitarbeiterparkplätzen oder Betreiber von Parkgaragen, Einkaufszentren und großen Wohnanlagen reagieren müssen. Hier könnten Microgrids zum Einsatz kommen: Sie sollen dazu beitragen, Elektromobilität in das bestehende lokale Verteilnetz zu integrieren, ohne einen zusätzlichen Netzausbau durchführen zu müssen. Die Mini-Netze steuern den erhöhten Energiebedarf und die damit verbundenen Lastspitzen.

Ziel des „Campus Microgrid“ von Siemens ist es, im Realbetrieb aufzuzeigen, wie das funktionieren kann. Konkret werden dazu Photovoltaikanlagen, E-Ladeinfrastruktur, Stromspeicher und ein Steuerungssystem, das insgesamt rund 1.000 Messwerte von 34 Endgeräten im 15 Minuten-Takt berücksichtigt, kombiniert. Das System bezieht außerdem die Wetterprognose sowie das erwartete Ladeverhalten mit ein. Das soll in Verbindung mit der Infrastruktur des lokalen Industriebetriebs viele Möglichkeiten für die Forschung bieten.

Stromspeicher soll Lastspitzen reduzieren

Durch die in das Microgrid eingebundenen Photovoltaikanlagen mit einer Fläche von insgesamt 1.600 Quadratmetern können den Angaben zufolge rund 100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Im Idealfall decken sie rund acht Prozent der Anschlussleistung des Standortes. Ergänzt werden die PV-Anlagen durch einen Stromspeicher, der etwa der Batteriekapazität von fünf Elektrofahrzeugen mit je 600 km Reichweite entspricht und die Lastspitzen reduzieren soll. So kann man die Nutzung der lokal erzeugten Energie erhöhen.

Die Kommunikation in der Pilotinstallation erfolgt über ein privates 5G-Mobilfunknetz, das durch eine garantierte Datenrate und eine niedrigere Verzögerung störungsfreie Kommunikation ermöglichen soll. Kooperiert wird dabei mit A1 und Nokia.

APA/APA-Science

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