Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 geht weiter

30. November 2020, Sassnitz
Russisches Verlegeschiff "Akademik Tscherski" vor der Insel Rügen
 - Sassnitz-Mukran, APA/dpa

Der Bau der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, an deren Finanzierung auch die österreichische OMV beteiligt ist, soll im Dezember nach dann etwa einjähriger Unterbrechung weitergehen. Das sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Zuvor hatte NDR 1 Radio MV darüber berichtet.

Nach Informationen des Senders hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee in Stralsund für Schiffsführer ab dem kommenden Samstaauarbeiten südlich des Gebietes Adlergrund angekündigt und um besondere Vorsicht gebeten. Dort liegen die beiden Rohr-Enden, die von der Anlandestation Lubmin in Richtung Ostsee führen.

Die US-Regierung will Nord Stream 2 kurz vor Fertigstellung verhindern. Im Dezember 2019 waren die Bauarbeiten vor der dänischen Insel Bornholm abrupt gestoppt worden, weil die beiden Schweizer Verlegeschiffe unter dem Sanktionsdruck der USA ihre Arbeit eingestellt hatten. Der US-Kongress hatte zuvor das „Gesetz zum Schutz von Europas Energiesicherheit“ (Peesa) mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet, US-Präsident Donald Trump setzte es trotz scharfer Kritik aus Deutschland und Russland in Kraft.

Durch die zwei jeweils rund 1200 Kilometer langen Leitungen von Nord Stream 2 sollen künftig pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die etwa 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline ist zu 94 Prozent fertig. Die USA laufen aber seit Jahren Sturm dagegen, weil sie eine zu große Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas sehen. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern. Kritiker werfen den USA dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Deutsche Netzagentur plant fünf neue lange Stromtrassen

1. März 2024, Bonn
Netzsystem soll weiter stabilisiert werden
 - Redwitz, APA/dpa

Uniper mit neuem Selbstbewusstsein

1. März 2024, Düsseldorf
Blick in die Konzernzentrale in Düsseldorf
 - Düsseldorf, APA/dpa

Gazprom sucht Ausweg für Ukraine-Transit

1. März 2024

IEA: Energieerzeugung trieb CO2-Ausstoß in die Höhe

1. März 2024, Paris
CO2-Ausstoßes um 1,1 Prozent auf 37,4 Mrd