US-Regierung warnt vor Sanktionen wegen Nord Stream 2

14. Jänner 2021, Washington/Düsseldorf
Verlegeschiff für die Pipeline
 - Wismar, APA/dpa

Die US-Außenministerium hat am Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beteiligte europäische Unternehmen vor dem Risiko von Sanktionen gewarnt. Das Ministerium habe sich seit Jahresbeginn an die Firmen gewandt und sie auf mögliche Folgen aufmerksam gemacht, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte.

„Wir versuchen, die Unternehmen über das Risiko zu informieren und sie zu drängen, sich zurückzuziehen, bevor es zu spät ist“, sagte ein US-Regierungsmitarbeiter.

Demnach könnte das Außenministerium am Donnerstag oder Freitag einen Bericht über Unternehmen veröffentlichen, von denen es glaubt, dass sie den Bau der Pipeline unterstützen. Dazu gehören auch solche, die Versicherungen anbieten, bei der Verlegung der Unterwasserrohren helfen oder die Bauausrüstung des Projekts überprüfen. Dazu könne auch der Versicherer Zurich Insurance Group gehören, sagte ein Regierungsmitarbeiter. Zurich sagte dazu, es sei verpflichtet, „alle anwendbaren Sanktionsbestimmungen vollständig einzuhalten“.

Die Verlege-Arbeiten an der rund 1.200 Kilometer langen Pipeline sind seit Dezember 2019 unterbrochen. Die USA haben vor einer zu großen Abhängigkeit Europas von Russland gewarnt. Die Amerikaner wollen zudem selbst ihr Gasgeschäft in Europa ausbauen. Durch die Pipeline soll Gas von Russland nach Deutschland und in weitere Staaten strömen. Es müssen dem Konsortium zufolge noch etwa 120 Kilometer Pipeline in dänischen und etwas über 30 Kilometer in deutschen Gewässern verlegt werden.

Der deutsche Energiekonzern Uniper hat wegen seines Engagements bei der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 nach eigenen Angaben keine Sanktionsdrohungen aus den USA erhalten. „In meinem Posteingang, den ich regelmäßig leere, war bislang nichts drin“, sagte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Uniper gehört neben der österreichischen OMV, Wintershall DEA, Royal Dutch Shell und dem französischen Versorger Engie zu den Finanzpartnern für das fast zehn Milliarden Euro teure Projekt.

„Wir stehen zu Nord Stream 2“, betonte Uniper-Chef Schierenbeck. Daran habe sich nichts geändert. „Wir finden es positiv, dass die Arbeiten für den ersten Strang jetzt in Deutschland abgeschlossen sind und dass die Arbeiten in den dänischen Gewässern in den nächsten Tagen wieder beginnen.“ Er gehe davon aus, dass die Pipeline fertiggestellt wird

APA/ag

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