Borealis will Düngemittelgeschäft verkaufen

4. Feber 2021, Wien

Die OMV-Tochter Borealis, an der die OMV mit 75 Prozent beteiligt ist, will ihre Stickstoff-Sparte noch im Laufe dieses Jahres verkaufen und sich auf die Produktion von Polyolefinen und Basischemikalien konzentrieren. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Stickstoffbereich, zu dem auch die Düngemittelproduktion gehört, macht rund 15 Prozent des Gesamtgeschäfts aus. Die OMV hatte erst vor kurzem ihre Beteiligung an der Borealis um 4,1 Mrd. Euro aufgestockt.

Borealis betreibt Anlagen für die Pflanzennährstoffproduktion in Österreich und Frankreich. Mit rund 60 Lagern in ganz Europa und einer jährlichen Auslieferung von rund fünf Millionen Tonnen Produkten in West-, Mittel- und Südosteuropa sei man einer der führenden Düngemittelproduzenten in Europa, heißt es in der Borealis-Mitteilung.

Dennoch wird der Bereich nun abgestoßen: „Wir haben mit dem Düngemittelgeschäft einfach keine wettbewerbsfähige Größe“, sagte OMV-Chef Rainer Seele am Donnerstag zur APA. „Auch wenn es große Volumina sind – im Vergleich zu den Wettbewerbern und auch mit der Auslegung der verschiedenen Standorte hat die Borealis in diesem Geschäftssegment nicht die Economies of Scale.“ Man habe zwar ein im Grunde wirtschaftlich gesundes Geschäft, aber es fehle die nötige Größenordnung. Die Beteiligung des Unternehmens an Düngemittelproduktionsstätten in den Niederlanden und Belgien („Rosier“) ist von den Verkaufsplänen nicht betroffen.

Wer Borealis-Chef Alfred Stern nachfolgen wird, der ab 1. April in den OMV-Vorstand wechselt, wollte Seele noch nicht verraten. Stern soll in der OMV dem Bereich Chemicals & Materials vorstehen. Der bisherige Bereich Refining & Petrochemical Operations, für den derzeit Thomas Gangl als Vorstand zuständig ist, wird in Refining und Chemicals & Materials geteilt. Gangl bleibe Vorstandsmitglied, sagte Seele.

Von dem im Vorjahr angekündigten Verkaufsprogramm mit einem Volumen von 2 Mrd. Euro habe man bereits über eine Milliarde unterzeichnet, sagte Seele. Das waren im vergangenen Jahr die verbleibenden Anteile an der OMV-Pipelinetochter Gas Connect Austria (GCA), das Tankstellennetz in Deutschland und die Ölproduktion in Kasachstan. „Das Closing und damit die positiven Cash-Effekte erwarten wir im Laufe des Jahres 2021“, sagte Seele. Offen sei nun noch der Verkauf der Tankstellenkette in Slowenien und eben das Düngemittelgeschäft der Borealis. „Über die Tankstellenkette in Slowenien verkaufen wir nicht unser eigenes Benzin und Diesel, deshalb haben wir gesagt, wir reduzieren das.“

APA

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