Frostiger Winter: Gazprom will mehr Gas nach Europa pumpen

15. Feber 2021, Moskau
Eine russische Pipeline
 - Bovanenkovo, APA/AFP

Der russische Energiekonzern Gazprom will mehr Gas durch die Ukraine in Richtung Europa pumpen. Für März ist ein Volumen von täglich 124,2 Mio. Kubikmeter geplant, geht aus den Daten einer Auktion für die monatlichen Transportkapazitäten hervor, wie die Agentur Interfax am Montag in Moskau meldete. Ursprünglich waren 110 Mio. Kubikmeter Gas pro Tag geplant.

Für den laufenden Monat Februar hatte der russische Gasgigant ebenfalls 124,2 Mio. Kubikmeter pro Tag gebucht. Das ist allerdings weniger als noch vor einem Jahr. Hintergrund ist, dass Russland die Ukraine als Transitland umgehen will. 2019 war nach zähen Verhandlungen ein neuer Fünfjahresvertrag zustande gekommen. Demnach verpflichtet sich Gazprom, in diesem Jahr mindestens 40 Mrd. Kubikmeter seines Erdgases über die Ukraine in den Westen zu liefern. 2019 waren es noch 89,6 Mrd.

Die Ukraine befürchtet, mit der Inbetriebnahme der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 als Transitland überflüssig zu werden. Das finanziell angeschlagene osteuropäische Land ist aber dringend auf die Gebühren angewiesen, die es von Russland für den Transport von Erdgas in die EU kassiert. Vor mehr als einer Woche hatte die Nord Stream 2 AG wieder mit dem Verlegen von Rohren bei Dänemark begonnen. Die USA wollen das deutsch-russische Projekt mit Sanktionen noch auf den letzten Metern stoppen.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

USA: G7-Sanktionen zielen auf Rohöl und Diesel ab

4. Oktober 2022, Kiew (Kyjiw)/Moskau

Russland-Sanktionen gegen deutschen Erdgasspeicher-Betreiber

4. Oktober 2022, Moskau

Gebiet um Nord-Stream-Lecks für Untersuchungen abgesperrt

4. Oktober 2022, Moskau
Noch immer Gasaustritt aus Nord Stream 2
 - Baltic Sea, APA/SWEDISH COAST GUARD

Austritt von Gas aus Nord-Stream-2 noch nicht zu Ende

3. Oktober 2022, Moskau