Warnung vor Folgen von Nord Stream 2

22. März 2021, Berlin/Moskau
Ukrainischer Ministerpräsident Schmygal hegt Bedenken wegen Leitung
 - Lubmin, APA (dpa)

Der ukrainische Ministerpräsident Denis Schmygal hat vor den Folgen der im Bau befindlichen Gaspipeline Nord Stream 2 gewarnt. „Sollte Nord Stream 2 in Betrieb genommen werden, erzielt Russland höhere Einkünfte, mit denen Moskau unter anderem seine Aggressionen gegen die Ukraine finanziert“, sagte Schmygal dem „Handelsblatt“ (Montag). „Das heißt: Mit der Pipeline stärkt Europa die russische Aggression. Das kann nicht im Interesse der EU liegen.“

Schmygal erwartet sich demnach vom Treffen der EU-Außenminister am Montag ein „entschlossenes und einheitliches Signal gegenüber Moskau“. Die Sanktionen gegen Russland sollten nicht nur verlängert werden, sie müssten vielmehr in Zukunft „klarer, deutlicher und vor allem härter“ werden.

Die zwei Mal 1.200 Kilometer lange Gasleitung Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland ist fast fertig gebaut. Die USA und mehrere EU-Staaten – darunter Litauen – sind gegen die Pipeline. Deutschland hält jedoch daran fest.

Erst am Freitag hatte Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforum erklärt, dass sie eine Energiepartnerschaft mit der Ukraine erweitern wolle. Sie verwies dabei auch auf die Bedeutung der Ukraine als Gastransitland. Deutschland hatte sich im Zusammenhang mit dem Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 dafür eingesetzt, dass die Ukraine weiter eine wichtige Rolle beim Gastransit spielt.

APA/dpa

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