Blinken traf Maas: Scharfe Kritik an Nord Stream 2

24. März 2021, Moskau/Berlin/Brüssel

US-Außenminister Antony Blinken hat in seinem ersten Zweiertreffen mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas scharfe Kritik an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 geübt. Blinken habe bei dem Gespräch am Dienstagabend am Rande eines NATO-Außenministertreffens in Brüssel unterstrichen, dass die USA entschlossen seien, mit Verbündeten und Partnern zusammenzuarbeiten, um den russischen Bestrebungen, die kollektive Sicherheit zu untergraben, entgegenzuwirken.

In diesem Zusammenhang habe Blinken den Widerstand gegen die Gaspipeline bekräftigt. Das deutsche Auswärtige Amt machte keine Angaben zum Thema Nord Stream 2 und sprach von einem „sehr guten Austausch“. Das US-Außenministerium beschrieb das Treffen als „kurz“.

Vor dem bilateralen Treffen von Maas und Blinken hatte auch ein informelles Gespräch unter Beteiligung der Amtskollegen aus Frankreich und Großbritannien stattgefunden. Bei dem „vertrauensvollen Austausch“ im Viererkreis sei es unter anderem um Afghanistan, den Jemen und den Iran gegangen, teilte das Auswärtige Amt mit. Zudem sei der Strategieprozess „NATO 2030“ Thema gewesen, der auch Reformen für eine engere politische Zusammenarbeit der Bündnispartner auf den Weg bringen soll.

Die Gespräche am Dienstagabend fanden am Rande des derzeitigen NATO-Außenministertreffens statt. Bei diesem stehen am Mittwoch noch Gesprächen über den weiteren Umgang mit Russland an.

Österreich unterstützt das Pipelineprojekt, an dem auch das teilstaatliche Wiener Energieunternehmen OMV beteiligt ist. Beobachter schließen nicht aus, dass Nord Stream 2 die unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eingeleitete Annäherung Österreichs an die USA beeinträchtigen könnte. Kurz lehnte auch nach dem Giftanschlag auf den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny im vergangenen Sommer einen Stopp des Projekts ab. Bundespräsident Alexander Van der Bellen wandte sich damals ungewöhnlich deutlich gegen eine Einmischung der USA und betonte, dass „diese Art von wirtschaftspolitischen Fragen immer noch in Europa entschieden wird und nicht in Washington“. Österreich begründet sein Festhalten an dem Projekt mit der Notwendigkeit, Gaslieferrouten nach Europa zu diversifizieren.

APA/dpa

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