Naftogaz-Chef in Ukraine will mit Westen zusammenarbeiten

3. Mai 2021, Kiew
Naftogaz-CEO juri Witrenko
 - Kiev, APA/AFP

In der Ukraine hat der neue Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Juri Witrenko, Bedenken an einem mangelnden Reformwillen zu zerstreuen versucht. „Unsere internationalen Partner haben Naftogaz und der Regierung in vielerlei Hinsicht geholfen – wir werden auch weiterhin konstruktiv mit ihnen zusammenarbeiten“, sagte Witrenko am Freitag in Kiew. Er ersetzt den bei westlichen Investoren geschätzten Andrej Kobolew.

Kobolew war am Mittwoch überraschend entlassen worden; mit ihm wurde der gesamte Aufsichtsrat suspendiert. Der Konzern machte im vergangenen Jahr umgerechnet 568 Millionen Euro Verlust. Kobolew hatte die Abhängigkeit von Naftogaz von russischen Gaslieferungen reduziert und das öffentliche Ansehen des Konzerns verbessert.

Auf seine Entlassung hatten die USA und auch die EU besorgt reagiert. Das US-Außenministerium erklärte am Donnerstag, die Entlassung zeige „Missachtung für eine faire und transparente Unternehmensführung“. Die EU rief Kiew am Freitag auf, Managemententscheidungen in staatlich kontrollierten Unternehmen in Übereinstimmung mit den Standards der Unternehmensführung zu fällen.

Witrenko versicherte am Freitag, er werde „im Interesse der ukrainischen und europäischen Verbraucher“ auch weiterhin Druck auf den russischen Gaslieferanten Gazprom ausüben. Ukraine ist Transitland für russische Gaslieferungen nach Europa – die Beziehungen zu Russland sind seit Besetzung der Krim durch Russland 2014 auf einem Tiefpunkt. Kiew hängt am Tropf des Internationalen Währungsfonds, der seine Mittel an die Umsetzung wirtschaftlicher Reformen knüpft.

APA/AFP

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