D – Umweltministerium geht von früherem Kohleausstieg aus

7. Mai 2021, Berlin

Das deutsche Umweltministerium rechnet wegen steigender CO2-Preise mit einem deutlich schnelleren Ausstieg aus als bisher geplant. „Dass es massiv schneller gehen wird, davon muss man ausgehen, davon können wir ausgehen – und zwar mit Blick auf das europäische Instrument“, sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Man habe auf europäischer Ebene ein deutlich erhöhtes Klimaziel festgelegt, der Emissionshandel werde reformiert.

Der Kapitalmarkt, an dem CO2-Zertifikate gehandelt werden, nehme die Pläne ganz offensichtlich ernst. „Wir gehen davon aus, dass dieser Preis auch weiter steigt. … Dann werden die Unternehmen sich gut überlegen, wie lange es sich lohnt, Kohlekraftwerke zu betreiben“, fügte er hinzu.

Je höher der Preis liegt, desto unrentabler wird eine klimaschädliche Energiegewinnung etwa in Kohlekraftwerken. Bisher ist der Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2038 geplant. Jedoch will die deutsche Regierung nun Klimaneutralität schon bis 2045 erreichen und damit fünf Jahre früher. Bereits bis 2030 sollen 65 statt 55 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden im Vergleich mit 1990.

Am Dienstag hatten die von der EU ausgegebenen CO2-Zertifikate erstmals die Marke von 50 Euro übersprungen und damit ein Rekordhoch markiert. Der Preis hat sich damit innerhalb eines Jahres etwa verdreifacht. Betreiber von Kohlekraftwerken brauchen besonders viele Zertifikate für ihre Produktion.

APA/ag

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