Energie AG OÖ mit „außerordentlich“ gutem Geschäftshalbjahr

23. Juni 2021, Linz

Die Energie AG OÖ hat in der ersten Hälfte ihres Geschäftsjahres 2020/2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Umsatzerlöse um 9,3 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) schnellte um 53,7 Prozent auf 118,5 Mio. Euro nach oben, ebenso das Ergebnis vor Steuern, das um 68,2 Prozent auf 107,5 Mio. Euro anwuchs, freute sich Generaldirektor Werner Steinecker in Linz über den „außerordentlich guten Unternehmensverlauf“.

Nicht geringer war seine Freude, dass es im Corona-Halbjahr (ab 1. Oktober 2020) „keine betrieblich bedingte Infektion“ geben habe. Zu Spitzenzeiten seien von den in Österreich rund 3.000 Mitarbeitern 30 bis 40 wegen Corona ausgefallen. Nachdem sie sich im Privatbereich angesteckt hätten, sei kein Fall in das Unternehmen getragen worden.

Auch wirtschaftlich setzte die Pandemie dem mehrheitlich im Besitz des Landes befindlichen Energieversorger wenig zu. „Die Finanz- und Ertragslage des ersten Wirtschaftshalbjahres 2020/21 spiegelt die Krisenresilienz des Unternehmens wider“, meinte Steinecker in der Pressekonferenz. Haupttreiber für das Anwachsen des Umsatzes waren außer der Entwicklung der Rohstoffpreise (Gas und Strom) auch die gestiegenen Erlöse von CO2-Zertifikaten. Wie hoch der Anteil am Umsatz sei, konnte der Geschäftsführer in der Pressekonferenz allerdings nicht sagen. Auch wenn ein Plus zu verzeichnen war, sei „der Anteil verschwindend“.

Grundsätzlich stiegen die Umsätze in den vier Segmenten Energie (plus 12,7 Prozent auf 796,9 Mio. Euro), Netz (plus 4,3 Prozent auf 208,1 Mio. Euro), Entsorgung (plus 7,5 Prozent auf 122,8 Mio. Euro) und Tschechien (um 4,1 Prozent auf 86,6 Mio. Euro). Nur im Bereich Holding & Service ging der Umsatzerlös leicht um 1,5 Prozent auf 114,3 Mio. Euro zurück.

Bei den Investitionen liege die Energie AG im ersten Geschäftshalbjahr noch hinten. Zwischen 240 und 300 Mio. werde laut Steinecker im Jahr ausgegeben, bisher seien es in sechs Monaten corona-bedingt nur 70 Mio. Euro gewesen. Der Schwerpunkt liege heuer im Ausbau von Breitband und Fotovoltaik. Positiv blickte Steinecker auch auf das zweite Geschäftshalbjahr. Er rechnet damit, dass der Umsatz der Energie AG auf über 2 Mrd. Euro klettern werde.

Keinen Kommentar wollte er zu der Ausschreibung der drei Vorstandsposten machen, die Dienstagabend im Aufsichtsrat beschlossen wurde. Wirtschaftslandesrat und Aufsichtsratschef Markus Achleitner (ÖVP) beabsichtigte ursprünglich, die bis zum ersten Quartal 2022 auslaufenden Verträge einheitlich bis zum Ende jenes Jahres zu verlängern, berichteten die „OÖN“ am Mittwoch. Statt der Verlängerung wurde tatsächlich eine Neuausschreibung für ein Jahr beschlossen, wogegen die SP-nahen Aufsichtsräte gestimmt haben sollen, hieß es weiters in dem Bericht. Danach wolle Achleitner international ausschreiben.

APA

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