Teurer Sprit trieb im Mai Haushaltsenergiepreise nach oben

5. Juli 2021, Wien
Tanken ist teurer als vor einem Jahr
 - Wien, APA/THEMENBILD

Haushaltsenergie war im Mai um 11,7 Prozent teurer als vor einem Jahr. Getrieben war der Anstieg vor allem durch deutlich höhere Treibstoffpreise. Dies geht aus dem von der österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex hervor. Tanken sei in Österreich im Vergleich zu den beliebten Urlaubsländern Italien, Deutschland, Kroatien und Griechenland aber noch immer relativ günstig, so die Energieagentur zum Ferienbeginn.

Superbenzin kostete laut Energiepreisindex (EPI) im Mai um 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. Diesel war um 19,3 Prozent teurer. Der Heizölpreis stieg um 19,6 Prozent. Ausgehend vom relativ niedrigen Preisniveau des Vorjahres sei der Anstieg dieser Erdölprodukte maßgeblich für die höhere Inflation und die Steigerung beim Energiepreisindex verantwortlich gewesen, so die Energieagentur. Gegenüber dem Vormonat April 2021 wurde Diesel um 1,4 Prozent teurer, Superbenzin um 2,0 Prozent und Heizöl um 3,1 Prozent.

Tanken sei aber trotz der zwischenzeitlichen Preissteigerungen in Österreich noch immer relativ günstig, wie ein Vergleich mit den für die Österreicherinnen und Österreicher vor Corona beliebtesten vier Urlaubsländern Italien, Deutschland, Kroatien und Griechenland zeige. Koste etwa eine 50 Liter Tankfüllung mit Diesel in Italien 74 Euro, zahle man dafür in Österreich nur 60 Euro.

Die Mehrkosten pro Liter Diesel lagen im Monatsdurchschnitt in Italien bei rund 26 Cent, in Deutschland bei 15,50 Cent, in Kroatien bei etwas über 15 Cent und in Griechenland bei 14 Cent. Superbenzin kostete im Mai im Durchschnitt in Italien um fast 35 Cent/Liter mehr, in Deutschland waren es fast 30 Cent mehr, in Kroatien rund 14 Cent und in Griechenland mehr als 36 Cent. Die Preisdifferenzen seien im Wesentlichen auf die unterschiedliche Besteuerung zurückzuführen, so die Energieagentur. Die Summe der Steuern und Abgaben für Superbenzin und Diesel sei in allen Top-Urlaubsländern höher als in Österreich.

„Die Frage, ob und wieso der österreichische Fiskus auf Einnahmen verzichtet, sollte hier nicht im Vordergrund stehen“, so der stellvertretende Geschäftsführer und wissenschaftliche Leiter der Österreichischen Energieagentur, Herbert Lechner. Angesichts der Klimakrise müsse es zuallererst darum gehen, „wie wir es schaffen, die Abhängigkeit von Öl, Kohle und Erdgas zu beenden“. Im Bereich der Mobilität bedeute das, Diesel und Benzin nicht mehr klimaschädlich zu verbrennen und vorhandene Alternativen wie E-Mobilität zu forcieren. „Ein derart grundlegender Umbau des Verkehrssystems wird ohne weitere steuerliche Maßnahmen nicht möglich sein und ist deshalb auch ein wichtiges Thema in den Diskussionen zu einer öko-sozialen Steuerreform.“

Teurer waren im Mai auch Gas und Strom, billiger Pellets und Fernwärme. Im Vergleich zum Vormonat April stiegen die Haushaltsenergiepreise um 1,1 Prozent. Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex erhöhte sich im Jahresabstand um 2,8 Prozent, im Monatsabstand betrug die Inflationsrate 0,3 Prozent.

Strom kostete heuer im Mai um 5,2 Prozent mehr als im Mai 2020. Gas war um 1,4 Prozent teurer und Brennholz um 1,7 Prozent. Die Pelletspreise sanken um 1,6 Prozent und lagen auf dem tiefsten Wert seit fast zwei Jahren. Fernwärme war um 1,0 Prozent billiger.

Im Vergleich zum Vormonat April gab es leichte Preissteigerungen bei Strom und Brennholz (je plus 0,1 Prozent). Gas verteuerte sich um 0,7 Prozent. Fernwärme war unverändert. Die Pelletspreise sanken um 0,5 Prozent.

APA

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