IG Windkraft fordert mehr Windräder in Oberösterreich

20. Juli 2021, Linz
Ausbau ist den Angaben zufolge zum Erliegen gekommen
 - Schellerten, APA/dpa

Die IG Windkraft fordert den Ausbau der Stromerzeugung durch Windräder in Oberösterreich und entsprechende Initiativen des Landes. Bei geeigneten Rahmenbedingungen wären 90 Windräder bis 2030 möglich, hieß es in einer Pressekonferenz in Linz. 

Der Geschäftsführer der IG Windkraft Stefan Moidl, der Obmann der oberösterreichischen IG, Joachim Payer, und Hannes Hohensinner von der Klima-Allianz Oberösterreich kritisierten, dass zwar vor 25 Jahren der erste Windpark Österreichs in Eberschwang in Oberösterreich errichtet worden sei, inzwischen aber durch die Änderung der Rahmenbedingungen der weitere Ausbau zum Erliegen gekommen sei. „Seit 8 Jahren herrscht Stillstand, aber nicht weil hier kein Wind weht, sondern weil die Landesregierung den Windkraftausbau systematisch verhindert“. Der bestehende Masterplan, es gebe zu wenig Flächen für die Windparks, sei ein politischer Wille, aber nicht fachlich begründet. Bei der Energiewende allein auf Photovoltaik zu setzen werde nicht ausreichen. Oberösterreich werde zum Schlusslicht beim Klimaschutz. 

Die in Linz aufgetretenen Befürworter der Windkraft gestehen ein, dass in der Vergangenheit kein derartiges Projekt ohne vorherige Diskussionen und Polarisierungen in den betroffenen Regionen realisiert worden sei. Aber man müsse eben den Sinn – besonders im Hinblick auf den Klimawandel – erklären und die Angst vor der Veränderung des Landschaftsbildes nehmen. Dann könne die soziale Akzeptanz erreicht werden. Selbstverständlich werde man nicht Nationalparks oder andere sensible Flächen anpeilen. Dass die Windverhältnisse in Oberösterreich anders sind als im Burgenland und in Niederösterreich und damit der Energiegewinn geringer, bestreiten sie nicht. Doch 80 Prozent der Flächen in Oberösterreich würden den Standorten von Windrädern in Deutschland entsprechen. Da es nunmehr auch eine standortdifferenzierte Förderung gebe, seien die Unterschiede kein Problem. Damit könnte der Strom dorthin gebracht werden, wo er gebraucht werde und das würde sich auch rechnen. Es gebe auch schon Nachfragen von Industriebetrieben nach Windrädern, weil die Abnehmer ihrer Produkte eine klimaneutrale Erzeugung verlangen.

Die IG Windkraft fordert Rahmenbedingungen, die einen Ausbau fördern. Aktuell gibt es in Oberösterreich 30 Windkraftwerke, die 85 Mio. Kilowattstunden Strom zur Belieferung von rund 25.000 Haushalten erzeugen und 55.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Sie müssten großteils repowert oder ersetzt werden. Bis 2030 wären zusätzlich 60 Windräder möglich. Alle 90 zusammen würden dann 1 Terawattstunde Strom liefern. Damit könnten je 100.000 Haushalte, Wärmepumpen und Elektroautos versorgt werden. Das würde 9 Mio. Tonnen CO2 vermeiden. Die Errichtung würde 2.100 Jahresarbeitsplätze und 165 Dauerarbeitsplätze durch Wartung und Betrieb bringen, rechneten sie vor. 

APA

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