Land OÖ will Energiewende durch Landesversorger ankurbeln

6. August 2021, Linz
EAG-Vorstand Werner Steinecker
 - Linz, APA/ENERGIE AG

Das Land Oberösterreich will die vorgegebene Energiewende und seinen Energie- und Klima-Maßnahmenplan 2030 unter anderem durch seine Mehrheitsbeteiligung an der Energie AG (EAG) ankurbeln. Wirtschaftslandesrat und Aufsichtsratsvorsitzender Markus Achleitner (ÖVP) und der Vorstandsvorsitzende Werner Steinecker stellten einzelne Projekte in einer Pressekonferenz am Freitag in Linz vor. 

In der EAG sind nach einer eigenen technischen und wirtschaftlichen Potenzialabschätzung bis 2030 rund 630 Gigawattstunden (GWh) erneuerbarer Strom durch neue Anlagen und Effizienzsteigerungen bei bestehenden Anlagen möglich. Die Menge entspreche dem Jahresverbrauch von 180.000 Haushalten und einem CO2-Einsparungspotenzial von jährlich 533.000 Tonnen.

Der Fokus liege auf den Bereichen Wasserkraft, Windenergie und Photovoltaik. Unter anderem sollen Wasserkraftwerke neu gebaut oder durch Neubauten ersetzt werden. Vom Ausbau der Windkraft erwartet man sich keine großen Sprünge, weil Oberösterreich aufgrund der Topografie kein Windkraftland sei. Im Bereich der Photovoltaik will man vor allem auf die Nutzung von privaten und Firmen-Dächern und von vorbelasteten Flächen wie Deponien und stillgelegten Bergbaugebieten setzen. Das Investitionsvolumen dieser Ausbauvorhaben wird mit mehr als einer halben Milliarde Euro beziffert.

Um den Strom zu verteilen, will die Netz Oberösterreich jährlich bis zu 100 Mio. Euro in Ausbau und Ertüchtigung der Netzinfrastruktur investieren. Die notwendigen intelligenten Stromzähler seien schon vorhanden – 650.000 bedeuten einen Ausbaugrad von 99 Prozent. Für das Abdecken kurzfristiger Verbrauchsspitzen soll die Errichtung eines baureifen Pumpspeicherkraftwerkes der Energie AG in Ebensee am Traunsee um rund 220 Mio. Euro in etwa zwei Jahren begonnen werden. Das Gas-und-Dampf-Kraftwerk in Timelkam sei für die Versorgungssicherheit noch notwendig. In dessen Modernisierung sollen 2,5 Mio. Euro gesteckt werden. In der Stadt Wels soll die Wärmeauskopplung aus der EAG-Abfallverwertungsanlage von aktuell rund 180 langfristig auf rund 390 GWh gesteigert werden. 

APA

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