Raus aus dem Öl – aber wie?

31. August 2021

Wer in seinem Haus von der Ölheizung auf erneuerbare Energien umsteigen will, kann verschiedenste Förderungen erhalten. Ein Überblick. :

Das Duschwasser mittels Solaranlage erhitzen und das Haus mit Hackgut heizen? Vor solchen Fragen stehen angesichts des Klimawandels viele Besitzerinnen und Besitzer von Häusern und Wohnungen. Energielandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) weist auf die neue Gesetzeslage hin: „Salzburg hat mit einer Novelle des Baurechts ein generelles Ölkesseleinbauverbot mit einer Alternativenprüfung beschlossen. Diese Regelung ist mit 1. August 2021in Kraft getreten.“


Was viele schreckt, sind die Kosten, die ein Umstieg von einer Ölheizung auf „grüne“ Energieformen verursacht. Je nach den Gegebenheiten und dem einzubauenden System liegen die Kosten schnell zwischen 18.000 und 25.000 Euro. Eine große finanzielle Hürde ist das besonders für alte Menschen, in deren Häusern jahrzehntealte Ölheizungen die Wärme liefern. Und auch Jüngere, die erst in den vergangenen Jahren ein Haus gekauft haben, tun sich schwer, da sie für ihre Immobilie viel mehr zahlen mussten, als dies noch vor zehn Jahren der Fall war. Um den Umstieg von Öl auf umweltfreundlichere Energiearten dennoch zu forcieren, haben der Bund und die Bundesländer verschiedenste Förderungen ins Leben gerufen. Im Bundesland Salzburg stehen dafür nicht rückzahlbare Zuschüsse zur Verfügung. Diese müssen in jedem Fall vor der Umsetzung der Maßnahme beantragt werden.


Durchschnittlich 8000 Euro Zuschuss
Die Umstellung auf erneuerbare Energie für Heizung und Warmwasser sei eine wesentliche Maßnahme gegen den Klimawandel, betont Georg Thor. Der Leiter der Energieberatung Salzburg empfiehlt: „Um gut vorbereitet zu sein und in Ruhe die richtigen Entscheidungen treffen zu können, bietet die Energieberatung Salzburg kostenlose und unabhängige Beratung an, die heuer schon knapp 3000 Mal in Anspruch genommen wurde“, so der Energieexperte.
Wenn fossile Heizungen ersetzt werden, greift auch die Bundesförderung „Raus aus Öl und Gas“. Folgende sieben Maßnahmen sind beim Ersatz fossiler Heizungen in Salzburg mit Landes-und Bundesförderung förderwürdig: Scheitholz mit 2500 Euro plus 5000 Euro (jeweils Landesgeld plus Bundesgeld), Pellets mit 3000 plus 5000 Euro, Hackgut mit 4500 plus 5000 Euro, Luftwärmepumpen mit 5000 Euro Bundesförderung, sonstige Wärmepumpen mit 3000 plus 5000 Euro, erneuerbare Fernwärme mit 3000 plus 5000 Euro und Fernwärme der Stadt Salzburg mit 2000 plus 5000 Euro.


Austausch alter Holzkessel wird ebenfalls unterstützt
Wer eine erneuerbare Heizung ersetzen will, kann ebenfalls mit den oben genannten Landesgeldern rechnen. Die Bundesförderung greift hier nicht. Diese Land-Salzburg-Energieförderung ist mit 35 Prozent der Kosten gedeckelt. Viele Salzburger haben einen alten Holzkessel. Oder eine Wärmepumpe aus den 198oer-Jahren. Wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohnt oder die Anlage nicht effizient ist, weil sie veraltet ist, ist eine neue Anlage in vielen Fällen sinnvoll. Auch ein 15 Jahre alter Pelletskessel kann betroffen sein. Beim Land weist man auf den höheren Wirkungsgrad moderner Heizanlagen hin. Einen solchen gewährleisten allerdings nur geprüfte Modelle.


Vorsicht bei Billigkesseln aus dem Ausland
Verlockend sind für viele Hausbesitzer billige Heizkessel aus Nachbarländern wie Tschechien. Diese sind laut Energiereferat meist von minderer Qualität.


Manche erbringen beispielsweise nur einen Wirkungsgrad von 70 Prozent. Bei einem geprüften Kessel mit 90 Prozent Wirkungsgrad lassen sich 20 Prozent mehr Wärme herausholen -bei gleichem Materialeinsatz. Mit deutschen Heizkesseln hat man in Salzburg bessere Erfahrungen, sofern sie die nötigen Zertifikate ausweisen. Fehlende Umweltzeichen sind ein Grund dafür, warum Ansuchen auf Landesförderung abgelehnt werden. Bei rund fünf Prozent der Anträge ist das in Salzburg der Fall. Eine weitere Ursache: Meistens wurden die abgelehnten Anlagen vor Baufreigabe durch die Förderstelle errichtet oder entsprechen nicht den Förderrichtlinien.

Geld für den Einbau thermischer Solaranlagen
Zuschüsse zahlt das Land Salzburg auch für thermische Solaranlagen (abgestuft nach Anlagengröße von 1 bis 21 m’von 250 Euro bis 100 Euro pro Quadratmeter) und für Photovoltaikanlagen. Letztere können sich Private wie auch land-und forstwirtschaftliche Betriebe fördern lassen. Hierfür beträgt die Förderung 150 Euro pro Kilowatt-Peak elektrische Leistung bei bis zu 15 Kilowatt-Peak (Strombedarf über 5 kWp muss nachgewiesen werden) für dach-oder gebäudeintegrierte Anlagen (frei stehend nachgeführt nur bis 2 kWp). Förderberechtigt sind Eigentümer und Mieter von Gebäuden im Bundesland Salzburg. Einzelhäuser sind ebenso förderbar wie Doppel-, Reihen-und Bauernhäuser. Ebenfalls gefördert werden Solarund Photovoltaikanlagen über die Sanierungsförderung des Landes, wo auch die Förderung eines Speichers möglich ist. Beide Förderschienen sind mit der Bundesförderung kombinierbar.


Die Kriterien für Förderungen
Für eine Förderzusage gelten unter anderem folgende Kriterien: Infrage kommen nur Bestandsgebäude für Wohnzwecke und keine Neubauten. Werden mehrere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, ist die Förderung bei der Abteilung Wohnbauförderung zu beantragen. Die neuen Anlagen müssen von befugten Unternehmen fachgerecht installiert werden. Hinsichtlich der Wärmeversorgung werden pro Jahr rund 1300 Förderfälle abgewickelt.


Nähere Informationen:
Energieberatung des Landes Salzburg, Tel.: 0662/8042-3151,
SALZBURG.GV.AT/ENERGIEBERATUNG
Förderantrag für Bund und Land: WWW.RAUS-AUS-ÖL.AT

Salzburger Nachrichten

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