Deutsche Versorger drehen an der Preisschraube für Energie

20. September 2021, Essen
Keine Entwarnung bei den Kosten für Verbraucher - Würzburg, APA/dpa

Strom- und Gaskunden in Deutschland müssen sich auf weitere Preiserhöhungen einstellen. Rund 50 Gasgrundversorger hätten ihre Preise erhöht oder dies angekündigt, teilte das Vergleichsportal Check24 am Montag mit. Die Erhöhungen lägen im Schnitt bei 11,5 Prozent, was für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von rund 172 Euro verursache.

Betroffen seien 310.000 Haushalte. In der Grundversorgung liege der Jahrespreis auf einem Rekordwert von durchschnittlich 1.516 Euro. Als Gründe nannte das Portal die nach dem Höhepunkt der Corona-Krise wieder erstarkte Nachfrage der Wirtschaft. Zudem seien die Gasspeicher in Europa derzeit deutlich leerer als sonst zu dieser Jahreszeit. Der Börsenpreis liege im September auf einem Allzeithoch von 44,03 Euro je Megawattstunde. Vor einem Jahr habe er nur bei 7,99 Euro gelegen.

Auch beim Strom befinde sich der Preis für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden mit jährlich 1.532 Euro auf einem Rekordwert, teilten die Experten mit. Acht Grundversorger mit insgesamt 290.000 Haushalten hätten ihre Preise erhöht oder dies angekündigt. Im Schnitt müssten die Kunden im Jahr 3,7 Prozent beziehungsweise 63 Euro mehr berappen. Der Börsenpreis sei im September auf den Rekordwert von 127,69 Euro je Megawattstunde gestiegen. Vor einem Jahr seien es noch 43,62 Euro gewesen. Auch hier spiele die Konjunkturerholung eine Rolle, aber auch die stark gestiegenen Preise für Verschmutzungsrechte und geringere Erzeugungskapazitäten wegen des Steinkohleausstiegs und einer schwächeren Ausbeute der Windenergie.

APA/dpa

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