EVN beendet Kohleverstromung – Ausstieg aus Walsum 10

1. Oktober 2021, Maria Enzersdorf/Wien
EVN macht nicht mehr in Kohle
 - Maria Enzersdorf, APA/THEMENBILD

Der börsennotierte niederösterreichische Energieversorger EVN beendet die Kohleverstromung komplett. Nach der im Sommer 2019 erfolgten vorzeitigen Stilllegung des Kraftwerks Dürnrohr in NÖ wird mit dem heutigen Donnerstag der Ausstieg der EVN aus dem deutschen Kohlekraftwerk Walsum 10 wirksam, teilte die EVN am Abend mit.

Mit dem Closing der Verträge zum Walsum-Ausstieg gibt die EVN ihre 49-Prozent-Beteiligung an der Anlage an den Mitgesellschafter Steag ab. Der Anteil am EVN-Konzernumsatz sei bei unter drei Prozent gelegen. Zugleich endet auch der Strombezugsvertrag der EVN aus dem Kraftwerk. Mit dem endgültigen Abschied aus der Kohleverstromung habe die EVN ihre CO2-Emissionen aus der Energieproduktion insgesamt um drei Viertel gesenkt. Die Transaktion führe zu keiner Ergebnisbelastung im Geschäftsjahr 2020/21. Zu den Details der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

In die Walsum-Planungen hatte sich die EVN im Jahr 2005 eingeklinkt. Das Kohlekraftwerk bei Duisburg hatte massive Anlaufprobleme. Es hätte ursprünglich Anfang 2010 in Betrieb gehen sollen, die Grundsteinlegung war schon im November 2006 erfolgt. Dann gab es aber Probleme mit einem von Hitachi gelieferten Stahl. Reparaturversuche scheiterten, die Energieversorger und Hitachi entschieden sich für den Einbau eines neuen Kessels mit einem anderen Stahl. Die Investitionskosten für Walsum kletterten über die Milliarden-Grenze, EVN und Steag erhielten von einem Schiedsgericht zusammen 200 Mio. Euro Entschädigung für die Mängel zugesprochen. Der kommerzielle Betrieb erfolgte erst Ende 2013.

Seit August dieses Jahres war laut Medienberichten bekannt, dass die EVN als weitere Maßnahme zur Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen mit dem Projektpartner Steag und den finanzierenden Banken über den vorzeitigen Ausstieg aus dem deutschen Steinkohle-Kraftwerksprojekt Walsum 10 verhandelt.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

Weniger EVN-Halbjahresgewinn durch sprunghafte Energiemärkte

25. Mai 2022, Wien/Maria Enzersdorf
41790348467132556_BLD_Online

Verbund/EVN verloren nach Nehammer-Sager Milliarden an Wert

6. Mai 2022, Wien

EVN: 52 Millionen für neuen Windpark

3. März 2022

EVN investiert 52 Mio. Euro in neuen Windpark in NÖ

28. Feber 2022, Maria Enzersdorf
EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz
 - Wien, APA/HANS PUNZ