Blackout: ein Stromausfall, der alles verändern kann

5. Oktober 2021

Die Vorsorge-Experten des Oberösterreichischen Zivilschutzes beraten zum Schutz

Kein Strom. Kein Licht, kein Wasser, keine Heizung. Kein Internet, keine Lebensmittelversorgung, keine Infrastruktur. Und das nicht nur für ein paar Stunden, sondern tagelang und europaweit. Das ist ein Blackout.
Anfang Jänner schrammte Europa nur knapp an einem solchen vorbei. Es wurde eine massive Störung des europäischen Stromnetzes verzeichnet. Der Vorfall zeigte wieder, wie wichtig es ist, sich auf Katastrophenfälle vorzubereiten.


Die Gefahr eines Blackouts steigt, es müssen immer häufiger stabilisierende Netzeingriffe durchgeführt werden, die das sensible Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und Verbrauch halten. Auch die Energieversorger weisen auf diese Gefahr hin. „Die Beinahe-Katastrophe im Jänner konnte von den europäischen Netzbetreibern zwar verhindert werden, die brenzligen Situationen werden aber immer mehr – es kommt der Tag, an dem die Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr ausreichen, alles stillsteht und nichts mehr funktioniert. Aus diesem Grund fordern wir mehr Eigenvorsorge in der Bevölkerung“, sagt Michael Hammer, Oberösterreichs Zivilschutz-Präsident.


Stromausfall mit Folgen
Viele Bürger unterschätzen die Gefahr eines solchen längerfristigen, großflächigen Stromausfalls. „Wenn einmal der Strom weg ist, dann gehen die meisten davon aus, dass er nach ein paar Stunden wieder da ist“, sagt Oberösterreichs Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner. „Bei einem Blackout sprechen wir aber von einem Stromausfall über mehrere Tage ohne mögliche Zeitangabe bzw. Schätzung über ein mögliches Ende, wie zum Beispiel bei Naturkatastrophen.“ Je länger der Stromausfall dauert, desto länger dauert es, bis auch die Infrastruktur mit Lebensmittelversorgung, Pumpwerken etc. wieder funktioniert.


Die Vorsorge-Experten des Oberösterreichischen Zivilschutzes beraten seit Jahren zum Thema Blackout. Die Basis des Selbstschutzes ist ein krisenfester Haushalt, damit die Bürger mindestens zehn Tage autark leben können und das Haus nicht verlassen müssen. Dazu gehört neben einem Lebensmittel- und Getränkevorrat unter anderem auch eine Notbeleuchtung, ein Notfallradio und eine Notkochstelle. Bei den Beratungen wird keine Panik verbreitet, sondern das Sicherheitsgefühl der Bürger durch sachliche Information gestärkt.


Kerzen als Beleuchtung sind für eine solche Katastrophe als Vorsorge weder ausreichend noch geeignet. ,,Kerzen erhöhen die Brandgefahr massiv. Da auch die Einsatzorganisationen vom Blackout betroffen sind, werden diese rasch an ihre Grenzen stoßen und nicht mehr die gewohnte Leistung bieten können. Heutzutage gibt es jedoch praktische LED-Alternativen mit einer langen Leuchtdauer – batteriebetrieben oder für die Personen, die wirklich auf Nummer sicher gehen wollen, mit Dynamo – also kurbelbetrieben“, sagt Lindner. Das Notfallradio soll strom- und batterieunabhängig sein, Geräte mit einem Dynamo- bzw. Kurbelantrieb ersparen die Batterie-Bevorratung.
Der Zivilschutz Oberösterreich empfiehlt, Lebensmittel zu lagern, die mindestens ein Jahr lang haltbar sind. Damit braucht der Bürger nur einmal im Jahr an seinen Vorrat denken und ihn erneuern. Mehl, Zucker, Reis und Teigwaren, Haferflocken, Dosen- und Fertiggerichte sind daher ideal für den Notvorrat geeignet. Die Vorratsmenge richtet sich nach der Anzahl der Familienmitglieder und deren Essgewohnheiten. Auch auf die Haustiere darf dabei nicht vergessen werden.

Oberösterreichische Nachrichten

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