Tinetz rüstet für nächsten harten Winter auf

15. Oktober 2021

Stromausfälle durch Starkschnee sorgten in der Vergangenheit für viel Unruhe in Osttirol. Die Tinetz setzte zahlreiche Maßnahmen um.

Wetterkapriolen im Winter: Diese bescherten dem Bezirk in den vergangenen Jahren Rekorde, die keiner will. Schneemassen und teils viele Tage ohne Strom sorgten für massive Probleme. Einschneidend war der Starkschneefall Anfang Dezember des Vorjahres. Geharnischte Kritik wurde deswegen in Osttirol geübt – vor allem an der Tinetz, die für die Stromleitungen zuständig ist. Bürgermeister stiegen auf die Barrikaden. Am 21. Dezember beschloss der Landtag, dass möglichst viele Stromkabel in Osttirol unter die Erde verlegt werden. Seitens der Tinetz wurde zugesagt, dass Osttirol in ihrer Prioritätenliste für sichere Stromversorgung ganz oben stehe.

Jetzt gibt die Tinetz einen Überblick über ihre heurigen Projekte. Planmäßig vorangehen demnach die Arbeiten für die Wiederherstellung und Verbesserung des Stromnetzes nach den massiven Niederschlägen im vergangenen Winter. Dabei werden von den Tinetz-Monteuren störungsanfällige Freileitungen in die Erde gebracht sowie ferngesteuerte Ortsnetzstationen errichtet.

Zuletztwurde die 30-kV-Freileitung im Bereich des Kartitscher Sattels unter die Erde verlegt. Zum Einsatz kam modernste Verlegepflugtechnik. Im Lesachtal habe man kritische Bereiche weitgehend entschärfen können. „Durch das Fortschreiten der Verkabelungsprojekte sowie die Umrüstung der abgelegenen Netzstationen auf Fernsteuerung wollen wir zukünftig stabiler werden“, informiert Osttirols Tinetz-Netzmeister Johann Fronthaler.

Im Leschtal erfolgte die Verlegung eines Leitungskabels (Mittelspannung) von 2,3 Kilometern Länge mit Kabelpflug. In zwei Tagen war diese Arbeit erledigt. Mittels Bagger hätte man zwei Wochen gebraucht.
Größere Mittelspannungsprojekte wurden auch im Virgental, Defereggental und Kalsertal umgesetzt und in Betrieb genommen. Weitere Baumaßnahmen im Lesach- und Villgratental sind aktuell im Gange und sollen noch dieses Jahr in Betrieb gehen. „Die umgesetzten Projekte erhöhen die Versorgungssicherheit nicht nur in der jeweiligen Gemeinde, sondern auch im Umfeld und in den Nachbargemeinden“, unterstreicht Fronthaler. Im Niederspannungsnetz wurde bereits ein Großteil der knapp 50 geplanten Maßnahmen wiederhergestellt. Dabei wurden auch Verbesserungen erzielt, indem Freileitungen durch ISO-Leitungen ersetzt wurden.

„Eine verlässliche und störungsfreie Stromversorgung bis hinauf zu den letzten Höfen ist uns als Netzbetreiber sehr wichtig. Deshalb haben wir in enger Abstimmung mit den besonders betroffenen Gemeinden dieses Sonderinvestitionspaket für Osttirol auf die Beine gestellt“, berichten die beiden Tinetz-Geschäftsführer Thomas Trattler und Thomas Rieder über den Zwischenstand.


Kleine Zeitung

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