Null Emissionen nur mit Verhaltensänderungen zu erreichen

19. Oktober 2021, Wien/Paris

Wenn die Menschheit bis 2050 ihren CO2-Ausstoß auf null reduzieren will, muss es zu spürbaren Verhaltensänderungen kommen. Das betrifft vor allem den Transport aber auch das Wohnen, schreibt die internationale Energie Agentur (IEA) in ihrem aktuellen Bericht vor der Klimakonferenz in Glasgow (COP26). Es reiche nicht, wenn Konsumenten beim Einkauf auf grüne Technologie setzen, es müsse auch eine Veränderung beim Einsatz von Energie geben.

Etwa die Hälfte der nötigen Einsparungen am Weg zur Null-Emission sind mit dem Verkehr verbunden. Ein Fünftel hängt mit Verhaltensveränderungen beim Wohnen zusammen, nur ein Drittel könne über Effizienzgewinne in der Industrie erreicht werden. Dabei müssten Verhaltensänderungen rasch einsetzen, um schon bis 2030 wirksam zu sein. Vor allem die Menschen in hoch entwickelten Volkswirtschaften müssten ihr Verhalten ändern.

Die wichtigste Maßnahme sei das Aus für Privatautos mit Verbrennungsmotor in Städten, Carsharing und ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen. Flugreisen müssten zumindest auf dem Niveau von 2019 eingefroren, überall wo es möglich ist vom Flugzeug auf die Bahn umgestiegen werden.

Gebäude sollten im Sommer nicht unter 24 Grad gekühlt werden. Im Winter sollten die Heizung nur auf 19 bis 20 Grad aufgedreht werden. Das alleine würde die Emissionen um 200 Mio. Tonnen reduzieren. Dort wo es möglich ist empfiehlt die IEA im World Energy Outlook 2021, der im Vorfeld der Klimakonferenz COP26 in Glasgow veröffentlicht wurde, Homeoffice an drei Tagen pro Woche.

Die IEA geht auch nicht davon aus, dass eine reine Freiwilligkeit zum Ziel führen wird. Vielmehr seien entsprechende Regulierungen nötig. 70 Prozent der nötigen Verhaltensänderungen wären von Regierungen herbeizuführen, etwa durch die Einführung von Zonen mit Emissionsbeschränkungen in Städten, oder dem Verbot von Kurzstreckenflügen, wo es Alternativen per Bahn gibt. Für die restlichen Einsparungen ist die freiwillige Mitarbeit der Bevölkerung nötig – etwa wenn die Temperatur von Wasserboilern verringert wird.

Die IEA konzentriert sich in ihren Empfehlungen auf Einsparungen im Energiesektor – erinnert aber daran, dass es auch andere Maßnahmen wie den Verzicht auf Fleisch gebe, die zur Reduktion von CO2 stark beitragen könnten.

APA

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