CO2-Abgabe käme deutsche Autofahrer teuer zu stehen

27. Oktober 2021, Frankfurt
Spritpreise im Höhenflug
 - Hildesheim, APA/dpa

Das Erreichen der Klimaziele über den CO2-Preis käme die deutschen Autofahrer an der Tankstelle teurer zu stehen als über ein Maßnahmen-Bündel der Regierung. Der Preis pro Tonne Kohlendioxid müsste bei einer reinen Marktlösung für den Verkehrssektor bis 2030 auf 450 Euro steigen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie im Auftrag der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt. Das bedeute in Deutschland einen Anstieg des Benzinpreises auf 2,50 Euro.

Der Dieselpreis würde auf 2,64 Euro klettern, heißt es in der Studie. Der alternative Weg über einen Instrumentenmix einschließlich eines Aufschlags beim Kauf eines Verbrenners würde demnach zu einem weniger starken Anstieg auf 1,90 Euro je Liter Benzin und 1,96 Euro je Liter Diesel führen. In den jetzt beginnenden Koalitionsverhandlungen favorisiert die FDP eine Lösung in erster Linie über den CO2-Preis, Grüne und SPD wollen weitere Instrumente.

Der Verkehrssektor gilt vor dem Hintergrund der Klimadebatte als besonders problematisch. Bis 2030 muss er dem Klimagesetz zufolge seine Emissionen praktisch halbieren. Der Umstieg auf eine Elektro-Flotte bei den Pkw ist dabei das zentrale Element. „Wenn die richtigen Maßnahmen jetzt nicht umgesetzt werden, muss sich die Regierung auf einen hohen CO2-Preis verlassen, der einkommensschwache Familien sehr belasten würde“, warnte T&E-Bereichsleiterin Jekaterina Boening.

Die Organisation plädiert stattdessen dafür, die günstige Dienstwagenbesteuerung für Verbrennerautos abzuschaffen und ein Bonus-Malus-System beim Kauf von Autos einzuführen. Der Käufer von Autos mit hohem CO2-Ausstoß finanziert mit einem Aufschlag so die Kaufprämien für E-Autos. Die neue Bundesregierung müsse sich außerdem dafür einsetzen, der Autoindustrie noch schärfere CO2-Reduktionsziele für die Neuwagen vorzuschreiben, fordert Transport & Environment. Denn die jetzt von der EU vorgeschlagene Verringerung um 55 Prozent bis 2030 würden BMW, Daimler oder Volkswagen nach ihren Planungen ohnehin schon früher erreichen.

APA/ag

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