IEA: Kohlestrom erreicht 2021 Rekordwert

17. Dezember 2021, Shanghai
IEA-Vorsitzender Fatih Birol
 - Glasgow, APA/AFP

Der steigende Verbrauch in China, Indien und den USA treibt die weltweite Nachfrage nach Kohlestrom heuer nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) auf ein Rekordhoch. Die globale Stromerzeugung aus Kohle dürfte 2021 voraussichtlich 10.350 Terawattstunden erreichen, wie die IEA am Freitag mitteilte. Das entspreche einem Anstieg von 9 Prozent.

Angekurbelt werde sie durch eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von der Coronakrise. Diese haben den Strombedarf „viel schneller in die Höhe getrieben, als eine kohlenstoffarme Versorgung mithalten kann“.

Die Gesamtnachfrage nach Kohle, auch für Branchen wie die Zement- und Stahlindustrie, dürfte in diesem Jahr voraussichtlich um 6 Prozent zulegen. Hier würden die Rekordwerte aus den Jahren 2013 und 2014 zwar nicht überschritten. Dies könne aber im kommenden Jahr der Fall sein, so der IEA-Bericht. IEA-Chef Fatih Birol sieht in dem Anstieg „ein besorgniserregendes Zeichen dafür, wie weit die Welt in ihren Bemühungen vom Weg abgekommen ist, die Emissionen auf Netto-Null zu senken“.

Auf China entfällt den Angaben zufolge mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleverstromung. 2021 soll der Verbrauch in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um 9 Prozent zulegen. Für Indien erwartet die IEA sogar einer Steigerung um 12 Prozent. Die Regierung in Peking hat zugesagt, mit der Reduzierung des Kohleverbrauchs zu beginnen. Dies soll jedoch erst nach 2025 geschehen. Chinesischen Forschern zufolge könnten in der Volksrepublik von 2021 bis 2025 bis zu 150 Gigawatt an neuen Kohlekraftwerkskapazitäten gebaut werden.

Kohle war auch in Deutschland im dritten Quartal der wichtigste Energieträger zur Stromerzeugung: Mit einem Plus von 22,5 Prozent verzeichnete der Strom aus Kohlekraftwerken einen starken Anstieg, wie das deutsche Statistische Bundesamt in dieser Woche mitteilte. Der Anteil von Kohle an der insgesamt eingespeisten Strommenge betrug damit 31,9 Prozent.

Der beim Weltklimagipfel im November in Glasgow verabschiedete Pakt enthält erstmals eine Formulierung, die die Länder auffordert, ihre Abhängigkeit von Kohle zu verringern und die Subventionen für fossile Brennstoffe zurückzufahren. Diese sind nach Ansicht von Wissenschaftern die Hauptursache für den vom Menschen verursachten Klimawandel.

APA/ag

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