Umfrage: Deutsche gegen Nachhaltigkeit von Gas und Atom

2. Feber 2022, Frankfurt/EU-weit/Brüssel
Das Kernkraftwerk Neckarwestheim in Deutschland
 - Neckarwestheim, APA/dpa

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist einer Umfrage zufolge dagegen, Investitionen in neue Gas- und Atomkraftwerke als klimafreundlich einzustufen. Laut einer Befragung von Innofact für das Internetportal Verivox sind 36 Prozent der Teilnehmer der Ansicht, nachhaltige Finanzprodukte sollten weder in Gas- noch in Atomkraft anlegen. Für 19 Prozent wären Investitionen in neue Gaskraftwerke akzeptierbar, aber nicht in Atomkraftwerke.

Umgekehrt fänden es 6 Prozent in Ordnung, wenn nachhaltige Anlageprodukte Gelder in neue Atomkraftwerke steckten, aber nicht in Gas. Nur gut jeder Fünfte (21 Prozent) der rund 1000 Befragten fände es richtig, wenn nachhaltige Geldanlageprodukte in Gas- und Atomkraft investieren dürften. Grundsätzlich wünschen sich rund drei von vier Befragten (knapp 75 Prozent) ein staatliches Gütesiegel, an dem Anleger erkennen, dass ein Finanzprodukt verbindliche Mindeststandards im Bereich Nachhaltigkeit erfüllt.

„Die Idee hinter der EU-Taxonomie, verbindliche Kriterien für klimafreundliches und nachhaltigen Wirtschaften zu definieren, ist deshalb absolut richtig“, sagte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Doch wenn die EU-Kommission ihre Pläne verwirklicht, Gas- und Atomkraft als klimafreundliches Investment einzustufen, wäre der Glaubwürdigkeit von nachhaltigen Geldanlagen ein Bärendienst erwiesen.“

Investitionen in neue Gas- und Atomkraftwerke sollen in der Europäischen Union künftig unter Auflagen als klimafreundlich gelten. An diesem Mittwoch will die EU-Kommission einen entsprechenden Rechtsakt in Brüssel annehmen.

APA/dpa

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