Schröder soll in Aufsichtsrat der Gazprom

9. Feber 2022, Berlin

Die Kritik am deutschen Ex-Kanzler wird schärfer.

Der deutsche SPD-Ex-Kanzler dürfte noch einen Job in Russland bekommen: Nach seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender beim Fossilenergie-Konzern Rosneft sowie Sitzen in den Gremien der beiden Nord-Stream-AGs wurde Gerhard Schröder für den Aufsichtsrat der russischen Gazprom nominiert. Er soll dabei den Schwiegersohn des entmachteten kasachischen Autokraten Nursultan Nasarbajew ersetzen.
Schröder hatte als deutscher Kanzler den Grundstein für die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 gelegt. Dann wechselte er in die Dienste russischer Energiekonzerne. „Was Gerhard Schröder tut, schadet Deutschland“, sagte am Freitag der ehemalige CSU-Chef Edmund Stoiber. „Gerhard Schröder wird von russischen Energieunternehmen bezahlt und vertritt deren Interessen“, so die aus Deutschland stammende EU-Kommissarin Ursula von der Leyen. Der Sozialdemokrat Schröder stellte sich in der aktuellen Krise auf die Seite des Kremls.

Stoltenberg wird Banker

Unterdessen wurde am Freitag bekannt, welchen Job Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg annehmen wird, nachdem seine Amtszeit am 30. September ausläuft. Der Norweger wurde zum Chef der norwegischen Zentralbank ernannt, er soll den Posten im Dezember antreten. Ob Stoltenberg aus freien Stücken wechselte oder keine Chance auf eine Vertragsverlängerung sah, ist unklar.

Die Presse