Blackout-Vorsorge – Zehn Tage sollte man autark sein können

28. Feber 2022, Linz
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger
 - Linz, APA/FOTOKERSCHI

Linz hat zuletzt seine Blackout-Vorsorge intensiviert und will die Bürger mehr dafür sensibilisieren. Zehn Tage sollte man autark sein können. Dass die Stadt just am Montag in einer Pressekonferenz einen Überblick darüber gab, ist Zufall und ohne Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Er selbst habe bisher immer eher Naturkatastrophen oder Cyberattacken im Kopf gehabt, wenn es um Blackout-Szenarien ging, räumte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) ein, nicht militärische Konflikte.

Unabhängig von der Ursache einer Notsituation – neben einem professionellen Krisenmanagement brauche es „eine aufgeklärte und selbstversorgungsfähige Bevölkerung“, so Luger, „man darf dabei nicht vergessen, dass auch die Einsatzorganisationen und deren Familien zu Betroffenen werden“. Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) appellierte ebenfalls an die Bürger, vorzusorgen, denn der Stadt werde es nicht gelingen über 200.000 Notfallpakete zu schnüren. Und je mehr Bewohnerinnen und Bewohner sich autark versorgen können, umso besser könne sich die Verwaltung um jene kümmern, die das nicht schaffen, hieß es seitens der Stadt – etwa in Altersheimen.

Wenn ein Stromausfall länger andauert und vielleicht sogar mehrere Staaten betrifft, sollte laut Experten jeder Haushalt für zehn Tage autark sein können. Ein batteriebetriebenes Notfall-Radio und Lebensmittelvorräte sollten vorhanden sein – wobei sich die Tiefkühltruhe nicht wirklich eignet – ebenso Getränke und Wasser für hygienische Zwecke, darüber hinaus Toiletteartikel und Medikamente. Eine stromunabhängige Kochstelle wie etwa ein Campingkocher, eine alternative Heizmöglichkeit mit Petroleum oder Flaschengas sowie eine – am besten kurbelbetriebene – Ersatzbeleuchtung werden ebenfalls angeraten. Kerzen sind aufgrund der Brandgefahr nur bedingt geeignet. „Alles, was man tun kann, ist besser als nichts“, jeder habe irgendwo eine Ecke, in der er ein Notfallpaket lagern könne, appellierte Raml an jene, die diesen Empfehlungen Platzmangel in kleinen Wohnungen entgegenhalten.

Im Falle eines Blackouts wird zudem empfohlen, keine unnötigen Ortswechsel durchzuführen und Notrufnummern nur in wirklichen Notfällen anzurufen. Alle Geräte, die zu Beginn des Stromausfalls eingeschaltet waren, soll man abstellen, damit nicht z.B. ein am E-Herd vergessenes Geschirrtuch Feuer fängt, wenn wieder Energie da ist. Sicherungen sollte man hingegen nicht ausschalten, weil für den Wiederaufbau des Stromnetzes eine Netzbelastung notwendig ist.

Die Linz Netz sei auf ein Blackout vorbereitet, versichert die Stadt. So könne etwa das Fernheizkraftwerk Linz-Süd noch vor dem Übertragungsnetz wieder hochgefahren werden. Für die Kommunikation betreibt die Linz Netz ein eigenes, vom öffentlichen Mobilfunknetz unabhängiges Netzwerk. Die beiden Rathäuser sowie das Feuerwehr-Hauptquartier sind mit Notstromaggregaten ausgestattet, darüber hinaus soll bei der Notstromversorgung auch verstärkt Solarenergie helfen. Das Bundesheer investiert aktuell in den Ausbau des Standorts Garnisonstraße, ebenfalls mit Fokus auf Autarkie. Ein Projektteam der Stadt Linz arbeitet derzeit an einem detaillierten Maßnahmenplan, hier geht es etwa um die Einrichtung von Krisenstäben oder die interne Kommunikation.

APA

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