Ifo-Chef: Verschiebung des Atom- und Kohleausstiegs prüfen

28. Feber 2022, Berlin

Der Präsident des ifo Instituts, Clemens Fuest, hat sich dafür ausgesprochen, bei eventuell entfallenden Energieimporten aus Russland eine Verschiebung des Atom- und Kohleausstiegs zu prüfen. Fuest begrüßte am Sonntag außerdem die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vorgeschlagene Erhöhung der Verteidigungsausgaben angesichts des Ukraine-Kriegs. Die Bundeswehr soll über ein Sondervermögen 100 Milliarden Euro für Investitionen und Rüstungsvorhaben erhalten.

Nun stelle sich die Frage der Finanzierung, so Fuest laut Mitteilung. Der Krieg in der Ukraine könne Überschreitungen der Schuldenbremse rechtfertigen. Allerdings dürften die zusätzlichen Ausgaben mittelfristig nicht komplett durch Schulden finanziert werden. In den kommenden Jahren sollten Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen aber einen Finanzierungsbeitrag leisten.

Die Debatte um den Atom- und Kohleausstieg hatte bereits eingesetzt. Drei Atomkraftwerke in Deutschland liefern bis Ende 2022 noch Strom, dann sollen sie vom Netz gehen und der Atomausstieg vollendet werden. Bis spätestens 2038 soll schrittweise der Kohleausstieg vollzogen werden, die Ampel strebt aber ein Vorziehen auf 2030 an.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Deutschland senkt Mwst auf Gas und Fernwärme ab Oktober

30. September 2022, Berlin

Deutsche Gasumlage offiziell vom Kabinett gekippt

30. September 2022, Berlin

Deutschland entscheidet spätestens im November zu AKWs

30. September 2022, München/Kiew (Kyjiw)/Moskau
41910348369298568_BLD_Online

AKW Isar 2 geht am 21. Oktober für eine Woche vom Netz

30. September 2022, München/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Kühlturm des AKW Isar 2
 - Essenbach, APA/dpa