Bayern prüft Wiederinbetriebnahme von AKW Gundremmingen

4. März 2022, Berlin/Kiew/Moskau

Bayern prüft wegen des Kriegs in der Ukraine eine Wiederinbetriebnahme des zum Jahreswechsel abgeschalteten Atomkraftwerks in Gundremmingen. Landes-Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte der „Augsburger Allgemeinen“ laut eines am Freitag veröffentlichten Vorausberichts, neben einer möglichen Verlängerung der Laufzeit des letzten bayerischen Atomkraftwerks Isar 2 sei auch das Kernkraftwerk Gundremmingen Teil der Überlegungen.

„Anschließend muss vom Bund und den Betreibern entschieden werden, ob sie einen längeren Betrieb der Kernkraftwerke wollen.“ Derzeit befinde sich der Ende Dezember abgeschaltete Block C in Gundremmingen noch im sogenannten Nachlauf.

Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident äußerte sich vorsichtig zur Aussage von Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke einen Vorrang vor einer zusätzlichen Kohleverstromung einzuräumen. „Ich bin etwas skeptischer als Herr Söder, was Atom vor Kohle betrifft“, sagte Aiwanger. „Wir erleben einen Krieg vor der Haustüre, ein Atomkraftwerk bietet da auch ein Erpressungspotenzial“, sagte er. „Bereits in Friedenszeiten haben wir Tschernobyl und Fukushima erlebt. Die Kehrseite des Atomstroms ist das Thema Sicherheit.“

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Verbände: Deutschland säumig bei Schienen-Elektrifizierung

17. April 2024, Berlin
Aufholbedarf wurde geortet
 - Sorsum, APA/dpa

Deutschland: Verkehr auch 2023 über erlaubten Klima-Limit

15. April 2024, Berlin
Bereits das dritte Jahr in Folge wurde das Klimaziel überschritten
 - Hamburg, APA/dpa

Ukraine baut mitten im Krieg neue Atomreaktoren

15. April 2024, Kiew (Kyjiw)
Aus Sicherheitsgründen wurde die Eröffnungszeremonie geheim gehalten
 - Khmelnytsky, APA/AFP

Von der Leyen befürchtet Dumping bei chinesischen E-Autos

15. April 2024, Berlin/Brüssel
Von der Leyen sieht EU-Markt von chinesischer Überproduktion bedroht
 - Brussels, APA/AFP