Österreich konkurriert mit anderen Ländern um Golf-Gas

7. März 2022, Doha/Wien

Österreich bemüht sich derzeit intensiv darum, sich einen guten Platz auf der Liste der Gaskunden der Emirate am Persischen Golf zu sichern. Nach seinem Besuch in Abu Dhabi hat Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Montag Katar besucht. „Wir sind nicht die einzigen, die in diese Region reisen“, sagte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne), aber man sei unter den ersten.

Katar sei nicht nur ein großer Gasproduzent, sondern auch „ein ganz wichtiger politischer Player in diesem Raum, und zwar weit über seine Landesgrenzen hinaus“, sagte der Bundeskanzler vor österreichischen Journalisten in Doha. „Katar hat eine besondere Form der Sicherheitspolitik. Katar hat auf der einen Seite einen der größten amerikanischen Luftwaffenstützpunkte, auf der anderen Seite ist Katar auch ein Gesprächspartner und ein Brückenbilder Richtung Iran.“

Für Österreich seien die Beziehungen mit Katar auch wichtig, um Einschätzungen in die Sicherheitslage zu bekommen. „Deshalb wird es auch ein neues Abkommen zwischen Österreich und Katar geben, das einerseits die Grundlage schafft, sich regelmäßig zu treffen zu den Themen Energie, Sicherheit und zu den Themen Kultur und Wissenschaft.“

Im Energiebereich „wurde uns ganz klar signalisiert, dass man bereit ist, über größere Abnahmemengen auch wirklich zu verhandeln“. Derzeit würden in der Region viele Besuche stattfinden. „Das Entscheidende ist: Wer kommt auf die Bedarfsträgerliste drauf?“

Das russische Erdgas sie nicht ganz durch LNG zu ersetzen, sagte Gewessler, „schon gar nicht kurzfristig, so ehrlich müssen wir einfach sein“. Österreichs Vorteil sei aber, dass die OMV bereits einen Rahmenvertrag mit Katar habe, „der die Basis bietet, auf der man weitere Gespräche aufsetzen kann.“

Im bestehenden Vertrag mit Katar sei die Fixabnahme einer großen Gasliefermenge vorgesehen, bis zu sechs weitere seien möglich, erklärte Nehammer. „Das wird jetzt konkretisiert.“ Allerdings sei eine kurzfristige Diversifizierung der Gaslieferanten nicht möglich. „Eine Flüssiggas-Andockstelle kostet 30 Milliarden Euro. Nur damit wir wissen, von welchen Dimensionen der Investition wir sprechen, wenn wir sagen, wir müssen Flüssiggas-Andockstellen erweitern.“

„Wir sind auch heute nicht in einer Demokratie westlichen Musters“, räumte Gewessler beim Besuch in Doha ein, “ da gibt es nichts zu beschönigen.“ Daher müsse man mittelfristig raus aus den fossilen Energieträgern und den Energieverbrauch reduzieren.

APA

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