Wirtschaftsbund verlangt Aussetzen der Strom-Gas-Netzkosten

18. März 2022, Wien

Trotz der Entlastung der Stromkunden im heurigen Jahr von allen Ökostromkosten im Umfang von rund 900 Mio. Euro für Haushalte und Firmen fordert der ÖVP-Wirtschaftsbund angesichts der hohen Energiekosten ein vorübergehendes Aussetzen der Netzkosten bei Strom und Gas. Es liege an der für Energie zuständigen Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne), die Bevölkerung und Betriebe wesentlich zu entlasten.

Ein Aussetzen der Netzkosten für Strom- und Gasabnehmer könnte für Entlastungen von bis zu 25 Prozent beim Endverbraucher sorgen, so Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger am Freitag in einer Aussendung. Die Netzkosten würden im Schnitt 20 Prozent des Gesamtpreises ausmachen, der Rest entfällt auf die Energie sowie Steuern und Abgaben.

Der Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Sigi Menz, sprach im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Wirtschaft von einer „existenzbedrohenden Ausnahmesituation“. Anlässlich eines Treffens mit Spitzenvertretern der heimischen Industrie verwies er am Freitag auf „die rasanten Energiepreissteigerungen, fehlende Rohstoffe und unterbrochene Lieferketten, die die Industrie massiv unter Druck setzen“ würden. Jetzt müsse die nationale Politik den Fokus auf eine Sicherung der Energieversorgung legen. Die Spitzenvertreter seien sich darin einig und würden fordern, „dass sofort Maßnahmen ergriffen werden, die eine staatliche Energielenkung verhindern“.

APA

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