Oö. Haberlander schlägt Pflichtdienste für Wahlärzte vor

20. April 2022, Linz

Die oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) hat sich am Mittwoch in die Wahlärzte-Debatte eingebracht. Sie schlägt Pflichtdienste für Wahlärzte vor. Sie könnten etwa verpflichtend in der Therapie von Drogensüchtigen oder bei Nachtdiensten im Hausärztlichen Notdienst sowie bei Engpässen in Regionen eingesetzt werden, hieß es in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (OÖN/Mittwoch-Ausgabe).

„Das Medizinstudium, das Wahlärzte absolvieren, wird öffentlich finanziert. Dann sollen die Steuerzahler auch etwas davon haben“, wird die für Gesundheit zuständige LHStv. zitiert. Kassenärzte sind zu gewissen Diensten verpflichtet. Auch Rechtsanwälte müssten in Österreich verpflichtend Verfahrenshilfe leisten. Der Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) hatte bereits vorgeschlagen, dass Wahlärzte einen bestimmten Anteil an Kassenpatienten übernehmen sollten. Wie viele Stunden diese Hilfseinsätze umfassen könnten, darauf wollte sich Haberlander nicht festlegen. „Ich bin über jede Hilfe froh, die kommt. Bis jetzt gibt es ja kaum Unterstützung“, sagte sie.

Auch der oö. SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder hält laut OÖN eine Verpflichtung von Wahlärzten, ein gewisses Kontingent an Kassenpatienten zu übernehmen, für sinnvoll. Er plädiert – wie auch Haberlander – für bessere Vertragsbedingungen für Kassenärzte. Zudem trete er dafür ein, kleine Kassen in Oberösterreich, wie die Krankenfürsorgen für Landesbedienstete, Gemeindebedienstete oder Lehrer, mittelfristig in die – idealerweise wieder auf Länderebene aufgesplittete – ÖGK zu überführen.

Die Zahl der Kassenärzte stagniert in Oberösterreich, jene der Wahlärzte stieg stark an. Waren es 2005 noch etwa 800 Wahlärzte, sind es mittlerweile 1.485. Ihnen stehen 1.241 Kassenärzte gegenüber.

APA

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