Größter deutscher Gasspeicher wird wieder befüllt

5. Mai 2022, Rehden

Der deutschlandweit größte Gasspeicher in Rehden im Bundesland Niedersachsen soll wieder deutlich mehr Gas auf Vorrat halten als zuletzt. „In einem ersten Schritt werden ab heute täglich relativ kleine Mengen Gas in Rehden eingespeichert. An der Beschaffung größerer Gasmengen für diesen Speicher wird intensiv gearbeitet“, teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstag mit.

Ziel sei es, die Füllstandsvorgaben des Gasspeichergesetzes zu erreichen: Demnach soll der Speicher mit 1. Oktober zu 80 Prozent, mit 1. November zu 90 Prozent und am 1. Februar 2023 zu 40 Prozent gefüllt sein. Anfang der Woche war der Speicher in Rehden zu 0,6 Prozent gefüllt.

Betrieben wird der Gasspeicher vom Unternehmen Astora – einer hundertprozentigen Tochter der Gazprom Germania, bei der seit dem 4. April die Netzagentur als Treuhänderin das Sagen hat. Der russische Staatskonzern Gazprom hat dadurch keine Möglichkeit, der Befüllung zu widersprechen. Zwar liegen die Nutzungsrechte für den Rehdener Speicher bei Gazprom Export in Russland. Doch das Unternehmen hat über mehrere Monate hinweg nur geringste Mengen Gas dort eingespeichert. Solange Gazprom Export die Befüllung nicht selbst wieder hochfährt, kann der Speicher auch aus anderen Quellen beliefert werden.

Nach Angaben des Betreibers Astora verfügt Rehden über eine Kapazität von rund 4 Milliarden Kubikmetern Gas. Das entspreche rund einem Fünftel der gesamten Speicherkapazität in Deutschland und dem Jahresverbrauch von rund zwei Millionen Einfamilienhäusern.

„Wir haben den Speicher in Rehden bei uns in der Gruppe. Es ist völlig klar, dass dieser Speicher für den nächsten Winter aufgefüllt werden muss“, sagte der von der Bundesnetzagentur als Generalbevollmächtigter bei Gazprom Germania eingesetzte Egbert Laege. „Ab heute werden täglich kleine Mengen eingespeichert“, so Laege. „Wir arbeiten intensiv an Lösungen, dass schon bald deutlich mehr Gas in den Speicher fließt.“

APA/dpa/Reuters

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