E-Control: Hohe Energiepreise zentrales Thema für Kunden

18. Mai 2022, Wien

Die höheren Energiepreise, die sich auf die Strom- und Gasrechnung durchschlagen, und damit einhergehend auch Probleme mit hohen Nachzahlungen und Teilbeträgen sind zentrale Themen, die die Berater bei der Regulierungsbehörde E-Control weiterhin beschäftigen. Nummer eins bei Eingaben an die Schlichtungsstelle war im Vorjahr die Energierechnung. Auch der Anschluss von Photovoltaik-Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom ist zunehmend Gegenstand von Anfragen.

Kunden, die einen neuen Vertrag abschließen, rät Eva Lacher, Leiterin der Beratungsstelle der E-Control: „Schauen Sie sich das Preisblatt genau an.“ Es gebe nicht nur Produkte mit fixen Preisen und Preisgleitklauseln, sondern auch flexible an bestimmte Indikatoren gebundene Produkte.

Der Beratungsbedarf ist jedenfalls weiterhin groß. Heuer im ersten Quartal hätten sich die Anfragen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdreifacht. Bereits im Vorjahr seien die Eingaben bei der Schlichtungsstelle vor allem im vierten Quartal deutlich gestiegen, so Lacher am Mittwoch bei einem Webinar zum Bericht der Schlichtungsstelle für 2021 und aktuellen Themen am Endkundenmarkt. Insgesamt seien die Eingaben bei der Schlichtungsstelle mit 1.900 um fast ein Drittel höher gewesen als im Jahr davor, lagen aber noch unter dem Niveau des Jahres 2019 mit rund 2.400 Eingaben. 90 Prozent davon kamen im Vorjahr von Verbrauchern, 10 Prozent von Unternehmen.

Thema Nummer eins bei den Verbrauchern war im Vorjahr die Energierechnung mit 19 Prozent der Geschäftsfälle der Schlichtungsstelle. Auch Zahlungsschwierigkeiten bei Nachforderungen und Teilbeträgen, Energiepreis, Qualität wie etwa die Erreichbarkeit von Kundenservices, An- und Abmeldung, Abschaltungen, Netzanschlüsse oder Smart Meter waren wichtige Themen.

Derzeit gebe es sehr viele unterschiedliche Produkte am Markt. Zu überraschend hohen Nachzahlungen könne es bei flexiblen Produkten kommen, wenn die unterjährigen Teilzahlungsbeträge nicht angepasst werden. Aber auch wenn die Teilzahlungsbeträge angehoben wurden, stößt dies vielfach auf Unverständnis bei den Kundinnen und Kunden, berichtet Lacher. Es sei Verbraucherinnen und Verbrauchern teils nicht bewusst gewesen, dass man ein flexibles Produkt abgeschlossen habe. Der Wunsch nach Kontrolle sei groß, aber gerade bei Spotmarkt-Produkten sei die Nachvollziehbarkeit schwierig. Teils werden die Forderungen nach Mahnungen auch über Teilzahlungsbeträge rasch an Inkassobüros übergeben, was sich dann auch in Kosten niederschlägt.

Der zunehmende Wunsch nach eigener Stromerzeugung bringt Fragen zum Netzzutritt mit sich, etwa für die Kostentragung bei Anschlusspunkten. Bei den Netzbetreibern gibt es teilweise einen Rückstau bei den Bearbeitungen der Ansuchen. Unmut gibt es auch über die Vergütung durch Energielieferanten, die ihre Preise zwar bezugsseitig anpassen, nicht aber die Vergütung für den Überschuss.

APA

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