Russland-Gas noch 15 Jahre lang

24. Mai 2022

Behindert die Eigentümerkonstruktion der Energie AG den Ausbau der alternativen Energien? „Nein, gar nicht“, antwortet Markus Achleitner, Wirtschaftslandesrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Energie AG, auf die Frage, ob nicht die 47-Prozent-

Beteiligung von privaten Investoren (Banken) den Interessen des 53-Prozent-Mehrheitseigentümers Land OÖ zuwiderlaufe. Die Interessen sind unterschiedlich. Die Banken wollen hohe Dividenden, während das Land in die nachhaltige Stromerzeugung investieren will.

„Ich halte nichts von steuerlichen Überlegungen und gesetzlichen Eingriffen“ sagt Achleitner angesichts der Diskussion über die hohen Gewinne der Stromkonzerne aufgrund der hohen Strompreise. „Ich verstehe aber, dass man als Eigentürmer sagen kann, dass man angesichts der höheren Gewinne auch über höhere Dividenden nachdenken kann. Mein Zugang ist, dass wir durch die höheren Gewinne schneller bei Projekten wie dem Pumpspeicherkraftwerk Ebensee und dem Repowering des Kraftwerks beim Traunfall werden können.“

Achleitner rechnet damit, dass es zehn bis 15 Jahre dauern wird, dass Oberösterreich aus der 80-prozentigen Abhängigkeit vom russischen Gas aussteigen kann. Die EU hat hingegen bei ihrem Gipfel in Paris beschlossen, dass die Einfuhr von russischem Gas bis Ende des Jahres um zwei Drittel sinken soll. 2027 soll mit russischem Gas überhaupt Schluss sein. Die EU stellt für alternative Investitionen 300 Milliarden Euro bis 2030 zur Verfügung.

Die Nachfrage nach Fotovoltaikanlagen boomt. Bis einschließlich Ende April wurden heuer bereits 11.502 Förderanträge beim Land OÖ gestellt. 2021 waren es 8.668, 2020 genau 6.842, 2019 waren es 3.830.

Kurier

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