IfW Kiel für Importzoll auf russisches Gas

27. Juni 2022, Kiel/Elmau

Das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) plädiert für Importzölle auf russisches Öl und Gas. Sie seien dem US-Vorschlag einer Preisobergrenze vorzuziehen, erklärte Handelsforscher Alexander Sandkamp am Montag mit Blick auf das G7-Treffen im bayerischen Elmau. „Ein Zoll mindert die Einnahmen Russlands und erhöht die Einnahmen der G7, womit die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger durch die hohen Energiepreise abgefedert werden können.“

Aus Sicht des IfW wäre die Einführung eines Importzolls durch die wichtigsten westlichen Industrienationen G7 sinnvoll, weil die bisherigen Sanktionen die russische Wirtschaft vor allem auf längere Sicht träfen. Kurzfristig führten die bisherigen Sanktionen jedoch zu einem drastischen Anstieg der Energiepreise, wodurch Russland wiederum trotz sinkender Exportmengen sogar mehr Geld einnehme.

„Ein Importzoll trifft Russlands Wirtschaft, weil Putin dadurch geringere Einnahmen erzielt, ohne dass wir komplett auf russische Ölimporte verzichten müssen“, sagt Sandkamp. Außerdem halte ein Zoll den Anreiz aufrecht, Energie einzusparen, was sowohl in der aktuellen Situation angemessen sei als auch im Einklang mit den Klimazielen stehe.

Eine von den USA vorgeschlagene Preisobergrenze unterhalb des Weltmarktpreises würde dagegen die Nachfrage nach Energie weiter anheizen, weil sie dadurch billiger und die reale Energieknappheit verschleiert würde. Außerdem könnte die Wirkung verpuffen, wenn große Abnehmer wie China oder Indien nicht mitmachen und Russland sein Öl zu höheren Preisen an andere Abnehmer liefern kann.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

RWE will in der Nordsee Windparks mit 1,6 Gigawatt bauen

27. Mai 2024, Essen
RWE betreibt derzeit 19 Windparks auf dem Meer
 - Essen, APA/AFP

Deutsche Spediteure fordern Reinvestition von CO2-Preis

27. Mai 2024, Berlin
Förderung für Umbau der Lastwagenflotten gefordert
 - Köln, APA/dpa

Gazprom Export begründet OMV-Klage mit EU-Sanktionen

27. Mai 2024, St. Petersburg/Wien/Stockholm
OMV-Konflikt mit Gazprom
 - Moscow, APA/AFP

Großhandelspreis für Strom zieht im Juni an

24. Mai 2024, Wien
Plus von 17,7 Prozent im Vergleich zum Mai
 - Wien, APA