Deutsche Netzagentur wappnet sich für Gasmangellage

10. August 2022, Berlin
Ein Gasspeicher in Deutschland - Frankenthal, APA/dpa

Die deutsche Bundesnetzagentur treibt ihre Vorbereitungen für einen Schutz der Wirtschaft im Fall einer Verschärfung der Gaskrise voran. „Die Bundesnetzagentur steht in ständigem Austausch mit der Industrie“, sagte ein Sprecher der Bonner Behörde. Den Regulierer erreichten zahlreiche Schreiben aus praktisch allen Bereichen. Bei der Datenerhebung der großen Gasverbraucher habe es eine sehr hohe Beteiligung gegeben.

„Insgesamt haben sich 2.750 Unternehmen beteiligt.“ In der Behörde seien etwa 120 Personen mit den Themen Krisenvermeidung und Vorbereitung Krisenmanagement befasst. Die Netzagentur muss im Fall einer Gasmangellage entscheiden, wer noch wie viel Gas bekommt.

Dies wäre der Fall, wenn nach den ersten beiden Stufen des Notfallplans Gas auch die dritte ausgerufen würde. Seit Monaten trommeln große Verbraucher aus der Industrie dafür, möglichst von Kürzungen verschont zu bleiben. Hierfür reichen sie Daten ein, die beispielsweise angeben, wie groß die Schäden für das Unternehmen, die Lieferketten oder die Arbeitsplätze wären. Die Netzagentur kann auf dieser Grundlage weitere Anfragen stellen und entscheiden. Zu den großen Gasverbrauchern gehören die Chemie-, Stahl-, Glas-, Aluminium- oder die Papierindustrie.

„Pauschale Ausnahmen sind im geltenden Recht nicht vorgesehen“, betonte der Behördensprecher. Es gebe Kundengruppen, deren Versorgung in einer Gasmangellage prioritär gewährleistet werden solle. Hierzu gehörten unter bestimmten Bedingungen private Verbraucher, Kleingewerbe, landwirtschaftliche Betriebe, Supermärkte, kleinere Krankenhäuser sowie Kindergärten, Schulen, Altenheime, Polizei und Bundeswehreinrichtungen. Die Netzagentur hat alle Gasverbraucher zu Energieeinsparungen aufgefordert.

APA/ag

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