Stromausfall legt Innsbruck lahm

10. August 2022, Innsbruck
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140.000 Haushalte ohne Strom

Eine halbe Stunde lang blieben am späten Montagvormittag im Großraum Innsbruck die Lichter aus. 140.000 Haushalte waren in Innsbruck und den Umlandgemeinden ohne Strom, teilte der landeseigene Netzbetreiber Tinetz mit. Ursache für den großflächigen Stromausfall war eine Schutzauslösung im Zuge von Umbauarbeiten beim Umspannwerk Ost in Innsbruck.

Am Innsbrucker Hauptbahnhof sorgte der plötzliche Stromausfall für Verwirrung unter den Reisenden. Die Anzeigetafeln blieben vorübergehend schwarz, die Türen der Läden im Bahnhofsbereich geschlossen, und auch die Tiefgarage war für die Dauer des Blackouts zu. Nur im Bahnhofsresti schaltete man umgehend auf Notbetrieb um und servierte kurzerhand „nur Flaschengetränke“. Mit Erfolg, der Gastgarten war für die Dauer des Stromausfalls gut gefüllt.
Neben Privathaushalten blieben auch Geschäfte dunkel, viele Personenaufzüge blieben stecken. Straßenbahnen in der Landeshauptstadt standen ebenso still wie die Bergbahnen der Innsbrucker Nordkettenbahn. In einer Gondel sollen rund 20 Personen auf die Weiterfahrt gewartet haben. Auch die Ampelanlagen im Straßenverkehr fielen aus. Die Ampeln vor den Tunneln auf den Autobahnen waren auf Rot geschaltet, daher bildete sich Stau.

Der Fehler im Umspannwerk wurde jedoch schnell gefunden und konnte behoben werden. Kurz vor 11 Uhr waren etwa 448 Trafostationen in 33 Gemeinden unterversorgt. Gegen 11.30 Uhr konnte die Stromversorgung wieder vollkommen hergestellt werden.

Verschiedene Ursachen in Salzburg
Auch in Salzburg und Wien kam es in den letzten Wochen immer wieder zu Stromausfällen. Vor zwei Wochen wurde es in Teilen der Salzburger Altstadt finster. Laut Salzburg AG war ein Kabelschaden einer Trafostation dafür verantwortlich. Doch es war nicht der erste Stromausfall in kürzester Zeit. Laut dem Netzbetreiber hatten diese aber verschiedenste Ursachen und nichts miteinander zu tun. Ein bei Bauarbeiten verursachter Schaden an einem Stromkabel im Nellböck-Viadukt war für einen weiteren Ausfall verantwortlich. Die Salzburg Netz GmbH verstärkt daher ihre Bauaufsicht bei Baustellen.

In Wien fiel zuletzt Ende Juli wieder der Strom im Gebiet des Wiener Praters aufgrund eines „technischen Gebrechens“ aus, nachdem eineinhalb Monate zuvor beim Fußball-Länderspiel zwischen Österreich und Dänemark im Ernst-Happel-Stadion die Lichter ausgegangen waren. Ein defektes Verbindungsstück eines Stromkabels dürfte den Ausfall Anfang Juni verursacht haben.

Der Standard

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