Scharfe Reaktionen: „Aussagen von Rendi-Wagner schaden Standort“

31. August 2022

Der Verbund und auch ÖVP-Klubchef Wöginger appellieren an Vernunft

Scharfe Reaktionen gab es gestern für SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner wegen ihrer Aussagen und Schlussfolgerungen bezüglich der finanziellen Turbulenzen rund um die Wien Energie (siehe auch Wirtschaft auf S. 13).
Der Verbund wies in einer Aussendung Rendi-Wagners Aussage zurück, wonach andere Versorger wie der Verbund Liquiditätsprobleme hätten. Die Verwerfungen am Energiemarkt würden zu noch nie da gewesenen Volatilitäten an den Beschaffungsmärkten führen. Es müssten alle Marktteilnehmer, die an den Energiebörsen als Sicherheitsleistung hinterlegte Liquidität, anheben.

Der Verbund appellierte daher nachdrücklich, unternehmensschädigende Aussagen zu unterlassen. Diese würden Strom- und Gaskunden, aber auch Banken, Investoren und Aktionäre noch weiter verunsichern. Damit gefährde man die gesamte Branche sowie den Wirtschaftsstandort Österreich.

„Unterstellungen schaden Wohlstand in Österreich“

Auch ÖVP-Klubobmann August Wöginger stieß in dasselbe Horn und appellierte an die Vernunft: „Die durch Pamela Rendi-Wagner gegenüber der Verbund AG und anderen Unternehmen geäußerten Unterstellungen entbehren nicht nur jeder Grundlage. Sie schaden vor allem dem Standort, den Unternehmen und somit Arbeit und Wohlstand in Österreich“, so Wöginger. Statt in untaugliche Ablenkungsmanöver solle die SPÖ ihre Energie im Sinne der Steuerzahler sowie der zwei Millionen Energiekunden der Wien Energie „besser in die Bewältigung der derzeitigen Herausforderungen investieren“.

Die Turbulenzen beim Wiener Energieversorger — der im Eigentum der SPÖ-geführten Bundeshauptstadt stehe — seien nicht zu leugnen und würden auch noch ein Nachspiel haben, wie gestern bekannt wurde. „Ich appelliere daher an Kollegin Rendi-Wagner, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern ihre hausgemachten Probleme zu lösen“, so Wöginger.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner (r.) hat am Montagabend im ORF-Sommergespräch mit Tobias Pötzelsberger und Julia Schmuck verteidigt, dass in Wien trotz massiver Teuerung zuletzt die Gebühren erhöht wurden, während die Sozialdemokratie auf Bundesebene Anti-Teuerungs-Pakete einfordert. Trotz der aktuellen Erhöhung seien die Wiener Gebühren nämlich immer noch deutlich geringer als in anderen Landeshauptstädten, argumentierte Rendi-Wagner. Vom Bund forderte sie einmal mehr neben Unterstützungsleistungen auch Maßnahmen gegen die Inflation, und hier brauche es österreichweite Vorgaben. Die von der Regierung im Rahmen der ökosozialen Steuerreform geplante CO2-Bepreisung will die SPÖ-Chefin so lange verschieben, bis die Inflation nicht mehr weiter steigt. Das Sommergespräch mit der SPÖ-Chefin verfolgten 756.000 Zuseher.

Oberösterreichisches Volksblatt

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