Land Stmk – Weniger Haushalte-Energieverbrauch bis 10 %

19. September 2022, Graz
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Das Land Steiermark will mit der Energieberatung des Landes und einer Broschüre („Top ten lifehacks“) den Steirern beim Heben von Energiesparpotenzialen helfen. Es gehe dabei u. a. um die Umstellung von Alltagsritualen, sagte Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) am Montag in einer Pressekonferenz in Graz. „Eigenverantwortung ist jetzt gefragt“, so Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP). Die Mittel für Energieberatung wurden vom Land von 1,3 auf 2,1 Millionen Euro erhöht.

Lackner ortete beim Energiesparen ein Potenzial von rund zehn Prozent des Jahresverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt. Die Umstellung von jahrelang gewohnten Ritualen sei schwierig, räumte Lackner ein. Aber man habe einen guten Grund, die Kostenersparnis könnte dies sein. „Dazu braucht es oft gar keine großen Investitionen“, so die Landesrätin. Es seien auf höherer Ebene auch Maßnahmen nötig, um sich aus der Umklammerung internationaler Energiemärkte zu lösen. Auch das Merit-Order-Prinzip sei abschaffen, „das ist für niemand nachvollziehbar“.

Man müsse sich auch fragen, ob es zeitgemäß sei, im Winter im Gastgarten unter einem Heizschwammerl zu sitzen. Oder ob man besser Decken dafür verwenden könne. Oder ob es nötig sei, Gebäude durchgehend zu beleuchten oder Büros auch über das Wochenende hinweg zu klimatisieren? „Die Antwort wird oft lauten: Es geht auch anders“, gab sich die Landesrätin überzeugt und kündigte ein Energiesparpaket der Landesregierung und der Landesverwaltung an. Diese werde in den nächsten Tagen präsentiert. Die Stadt Graz hat ein solches Paket vergangene Woche vorgestellt.

Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) sagte u. a., es gebe keine andere Möglichkeit als Energiesparen, „oder man legt jegliches Gefühl für Familie und Gemeinschaft ab. Was können wir tun, um Energiesparen zur Mode zu machen?“ Unter anderem könne man auf Standby bei Geräten achten. „Es sind die kleinen Dinge, die versteckten und getarnten Energieräuber, die man in der vom Land aufgelegten Broschüre findet“, so Seitinger.

Andrea Gössinger-Wieser, Klimaschutzkoordinatorin des Landes, beschrieb ein Problem: „Es wird oft gesagt, viele Maßnahmen sind eh logisch, aber viele wissen nicht, was bringt eine solche? Etwa Fensterkippen oder Stoßlüften, oder die Einstellung von eins bis fünf am Heizungsthermostat. Wir haben die Fragen kondensiert und kanalisiert. Die Zielgruppe ist die gesamte steirische Bevölkerung. Wenn man die im Folder genannten zehn Tipps im eigenen Haushalt durchgeht, ist schon ein gutes Stück geschehen“. Bewusstseinsbildung solle auch mit Infoständen in Einkaufszentren, in der Erwachsenenbildung, in Kindergärten und in den Netzwerken wie Klimamodellregionen und Klimabündnisgemeinden geschehen.

Die Leiterin der steirischen Energieberatung, Silvia Mathelitsch, berichtete, die Heizungsberatung bewege die Menschen am meisten, da habe es in den vergangenen Monaten einen richtiggehenden Ansturm gegeben. Die Förderlandschaft sei jedenfalls gut ausgebaut, von Bund bis Land, etwa bei „Raus aus Gas“. Energiesparen sei der „schlafende Elefant des Klimaschutzes. Wir bieten Unterstützung, um die Energieräuber zu entdecken“, sagte Mathelitsch.

Es gebe ein einfaches Sparbeispiel: Wenn bei 1,25 Millionen Einwohnern pro Kopf 100 Kilowattstunden (kwh) Strom pro Jahr gespart würden – bei rund 4.000 kwh Stromverbrauch im Durchschnitt ohne Warmwasser in einem Vierpersonenhaushalt – dann habe man 124 Millionen kwh elektrische Energie eingespart, hieß es.

Von den Foldern seien 20.000 Stück gedruckt, es gehe laut Gössinger-Wieser ein Paket mit 50 Stück an jede Gemeinde. Wenn eine Gemeinde etwa damit einen Postwurf plane, liefere man mehr. Vor allem setze man aber auf Online-Info. Dieser Tage würde die Info-Seite zum Energiesparen auf allen Gemeinde-Homepages verlinkt.

( S E R V I C E – Nähere Info unter www.ich-tus.steiermark.at , Serviceline unter 0316 877-3955 erreichbar.)

APA

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