Vorarlberger Stromkunden sollen fürs Sparen belohnt werden

27. September 2022, Bregenz
Ab 5 Prozent Einsparung beim Jahresverbrauch gibt es einen Bonus
 - Wewelsfleth, APA/dpa

Vorarlberger Strom- und Gaskunden sollen in der kommenden Wintersaison Boni für Einsparungen ab einer bestimmten Höhe erhalten. Das teilten die Verantwortlichen des Landes und Illwerke/VKW-Vorstand Helmut Mennel am Dienstag nach der Regierungssitzung mit. Zudem soll die Initiative #vorarlbergspartenergie Anreize zum Sparen bieten. Land und Gemeinden wollen mit gutem Beispiel vorangehen, etwa bei Beleuchtung und Heizung.

Privatpersonen, die fleißig Energie sparen, werden abgesehen von den eingesparten Kosten von den Illwerken/VKW zusätzlich belohnt: Bei einer Reduktion des Strom- oder Erdgasjahresverbrauchs um mindestens fünf Prozent gibt es eine Gutschrift oder Sachprämien im Wert von 50 Euro, bei mindestens minus zehn Prozent 100 Euro.

Vorarlberg sei „aus Tradition ein Energiesparland“, zeigte sich Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zuversichtlich. Mit einer Initiative unter dem Hashtag #vorarlbergspartenergie wollen Land, Gemeindeverband, Caritas, Illwerke/VKW und Energieinstitut die Vorarlberger zusätzlich motivieren. Jeder könne einen Beitrag leisten, „und ich glaube, es ist schon angekommen, dass jede eingesparte Kilowattstunde wichtig ist“ für mehr Versorgungssicherheit, sagte Wallner. Grundsätzlich wolle man so lange wie möglich auf Freiwilligkeit und „Vernunft statt Verbote“ setzen. Für die Zukunft völlig ausschließen könne er aber auch letztere nicht.

Unter #vorarlbergspartenergie sollen Energiespartipps und Wissen geteilt und positive Beispiele gezeigt sowie möglichst viele Menschen zum Mitsparen motiviert werden. „Gemeinsam können wir in dieser doch sehr angespannten Situation einen wichtigen Beitrag leisten“, so Wallner. Die Initiative sei keine Bezahlkampagne, betonte der grüne Landesrat Daniel Zadra und rief auf, den Hashtag in sozialen Medien zu teilen: „Jeder Beitrag macht das Kraut fett!“

Land und Gemeinden selbst haben für den eigenen Bereich kurzfristig umsetzbare Empfehlungen beschlossen, wie etwa, Verwaltungsräume mit Ausnahmen nur noch auf 19 Grad aufzuheizen, die Innenbeleuchtung auf dass unbedingt notwendige Maß zu reduzieren oder auf unnötige Liftfahrten und Stand-by zu verzichten. Die Außenbeleuchtungen von Landesgebäuden werden auf das für die Sicherheit erforderliche Mindestmaß reduziert. Dekorationsbeleuchtung wird abgeschafft oder zumindest stark reduziert.

Der Gemeindeverband koordiniert die Energiespar-Bemühungen der Gemeinden, damit diese gut aufeinander abgestimmt sind, berichtete Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann (ÖVP). So strahlt die Weihnachtsbeleuchtung in allen Orten heuer jeweils höchstens von 16.30 bis 22.00 Uhr und nur noch bis Neujahr – am ispiel Dornbirn bringt allein diese Maßnahme eine Einsparung von 40 Prozent.

Wallner berichtete weiters, dass er bei einem Gespräch mit Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Montag erneut auf Rechtssicherheit für die Durchleitung von Gas nach Vorarlberg über deutsche Leitungen gedrängt und die Ministerin eine Lösung für die kommenden Wochen zugesagt habe. Außerdem forderte Wallner vom Bund, dass die Wirtschaftshilfen „in Schwung kommen“. Niemand wolle, dass auf die Energiekrise eine Pleitewelle und Arbeitsmarktprobleme folgen.

Service: Details zur Gutschriftaktion der Illwerke/VKW unter http://vkw.at/vorarlbergspartenergie

APA

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