Bayern will 97 Uniper-Wasserkraftwerke übernehmen

13. Oktober 2022, München

Der Freistaat Bayern sollte laut Umweltminister Thorsten Glauber künftig selbst erneuerbare Energien erzeugen. „Der brutale Angriffskrieg in der Ukraine zeigt: Wir müssen die Energieversorgung der Zukunft neu denken. Wir brauchen eine Revolution im Energiesektor“, sagte der Freie-Wähler-Politiker am Donnerstag in München.

Der Dreiklang dazu müsse lauten: „Von Bayern, in Bayern und für Bayern. Die zentrale Aufgabe heißt Versorgungssicherheit für die Menschen und die Wirtschaft. Insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien muss deutlich beschleunigt werden.“

In einem ersten Schritt einer staatlichen Energieversorgung würde sich die Wasserkraft anbieten. „Aktuell bietet die Übernahme von Uniper SE durch den Bund die Möglichkeit, Wasserkraftwerke der Uniper Kraftwerks GmbH zu übernehmen. Insgesamt geht es dabei um 97 Wasserkraftanlagen mit zusammen rund 970 Megawatt Leistung und rund 4.800 Gigawattstunden Stromertrag pro Jahr in den Kraftwerksgruppen Donau, Isar, Lech und Main“, sagte Glauber. Die Wasserkraftanlagen würden rund ein Drittel der bayerischen Stromproduktion aus Wasserkraft erzeugen.

Mit seiner Forderung ist Glauber nicht alleine: Die Grünen im bayerischen Landtag setzen sich seit Jahren für die Rückführung der Wasserkraft in die öffentliche Hand ein. „Die CSU hat die Kronjuwelen der bayerischen Energieversorgung in den 1990er und 2000er Jahren verscherbelt: die Wasserkraftwerke an Donau, Lech, Isar und Main. Jetzt öffnet sich ein Zeitfenster, um diesen Fehler zu beheben“, sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann. Die Kraftwerke seien jetzt im Eigentum des Bundes. „Wir wollen sie wieder in die Hände der Menschen in Bayern legen.“

APA/dpa/lby

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