Kelag senkt Grundversorgungstarif auf 10,87 Cent

3. November 2022, Velden

Der Kärntner Landesenergieversorger Kelag hat den Grundversorgungstarif von 60 Cent pro Kilowattstunde auf 10,87 Cent – jenen Tarif für Privatkunden – abgesenkt. Vorstandssprecher Manfred Freitag reagierte am Donnerstag vor Journalisten auf Diskussionen um die Stromtarife. Demnach würden 92 Prozent der Kelag-Privatkunden 10,87 Cent bezahlen, die Stromkosten „für die allermeisten Privatkunden der Kelag“ seien im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

Mehr bezahlen würden lediglich jene vier Prozent Kunden mit „Floater-Tarif“, der sich am Marktpreis orientiert und mit November 43,35 Cent netto pro Kilowattstunde (kWh) beträgt. Weitere vier Prozent sind Neukunden, die den Marktpreis von 45 Cent bezahlen. Zur Grundversorgung für Privatkunden mit Schutzbedarf hieß es, die Kelag habe diesen Kunden „zuletzt auch ermöglicht, in den günstigen Stromtarif für Bestandskunden zu wechseln“, also 10,87 Cent.

Außerdem haben laut dem Energieversorger „schutzbedürftige Kunden“ nach der Definition der EU-Richtlinie und mit Hauptwohnsitz in Kärnten ab sofort die Möglichkeit, in den Grundversorgungstarif zu wechseln. Als Nachweis für die Schutzbedürftigkeit dient zum Beispiel die GIS-Befreiung. Die Kelag will sich also an der EU-Richtlinie orientieren und nicht am österreichischen Recht, das vorsieht, dass der Grundversorgungstarif allen zugänglich sein müsse. Was das angeht, müsse das österreichische Recht nachgeschärft werden, fordert die Kelag.

Die Kärntner FPÖ sprach am Donnerstag in einer Aussendung zum Grundversorgungstarif von einem „wichtigen Erfolg für die Kärntner FPÖ, die Kärntner Bevölkerung und die Kleinunternehmen im Kampf für faire und günstige Strompreise in Kärnten“. Wie ein Kelag-Sprecher Anfang Oktober in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ angegeben hatte, hatte die Kelag zum damaligen Zeitpunkt angesichts des hohen Tarifs gar keine Kunden in der Grundversorgung, man komme aber im Härtefall sozial Schwächeren entgegen.

Auch das Team Kärnten begrüßte die Senkung des Grundversorgungstarifs. Parteichef Gerhard Köfer zeigte sich allerdings besorgt, was eine mögliche Preiserhöhung im kommenden Jahr angeht: „Die Preisgarantie der Kelag gilt nur bis zum 1. April 2023. Wie es danach weitergeht, ist völlig offen und starke Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen.“

APA

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