Gaskennzeichnung soll 2023 mehr Transparenz bringen

10. November 2022, Wien
Gaskennzeichnung startet 2023 - Frankfurt/Main, APA/dpa

Mehr Transparenz im Gasbereich verspricht sich die E-Control von der Gaskennzeichnung, die ab 2023 verpflichtend eingeführt wird. Dieses System habe sich bereits beim Strom bewähr, teilte die E-Control am Donnerstag in einer Aussendung mit. „Ab dem kommenden Jahr sind dann alle Gaslieferanten dazu verpflichtet, Auskunft über die Herkunft ihres Gases zu erteilen. Österreich ist damit Vorreiter in Europa“, freute sich der Vorstand der E-Control, Alfons Haber.

„Natürlich sind wir mit der Gaskennzeichnung erst am Beginn, und das System ist in Umfang und Detailgrad noch nicht mit der Stromkennzeichnung zu vergleichen“, ergänzte er. Als Grundlage für die Gaskennzeichnung dienen wie beim Strom sogenannte Herkunftsnachweise. Die E-Control ist auf Basis der europäischen und nationalen Gesetzgebung die zuständige Behörde sowohl für die Ausstellung und Überwachung als auch der Nachweise und der Gaskennzeichnung. Haber betont dazu: „Der Fokus liegt zunächst auf erneuerbaren Gasen, da die Verfügbarkeit von Nachweisen für fossiles Gas nicht vorhanden ist.“ 

Mit den Regelungen zur Ausstellung von Nachweisen und der Gaskennzeichnung wird die Grundlage für einen zukünftigen europäischen Markt für Nachweise geschaffen. „Nur wenige Länder – wie beispielsweise die Niederlande – haben bisher die europäischen Anforderungen für eine Gaskennzeichnung umgesetzt. Dies wäre aber dringend notwendig, um einen ähnlich liquiden Markt wie im Strombereich zu entwickeln.“, sagte der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch.

Zunächst werde es nur eine Kennzeichnung für ein paar spezifische Produkte geben, die mit Nachweisen belegt werden, teilte die E-Control mit. „Für vollumfängliche Kennzeichnungen stehen noch nicht ausreichend Nachweise zur Verfügung. Wir gehen aber davon aus, dass sich das System natürlich weiterentwickeln wird“, ist Wolfgang Urbantschitsch überzeugt. 

APA

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