OMV-Chef Stern sieht Gas-Versorgungsauftrag kritisch

16. November 2022, Wien
OMV gegen Gas-Versorgungsauftrag - Wien, APA/THEMENBILD

Die OMV will keine größere Rolle bei der Gasversorgung Österreichs als sie derzeit schon hat. „Wir haben 45 Prozent Marktanteil bei Gas, wir betreiben die einzige Raffinerie und produzieren die Hälfte des Treibstoffs“, sagte er den „Salzburger Nachrichten“. Den Anteil auf mehr als diese 45 Prozent auszudehnen „ist natürlich ein erhebliches Risiko, das wir als OMV so nicht abdecken können“.

Die OMV habe die Gaskrise „trotz erheblichen Aufwands“ ohne staatliche Unterstützung geschafft. Der Staat halte zwar 31,5 Prozent am Unternehmen, das heiße aber eben auch, dass 68,5 Prozent der Anteile nicht von der Republik Österreich gehalten werden. „Wir als Vorstand sind allen Aktionärinnen und Aktionären gleich verpflichtet“, so Stern. Über Auswirkungen eines Versorgungsauftrags wollte Stern in den „SN“ nicht spekulieren, die Verantwortung der OMV gehe noch über Versorgungssicherheit hinaus. „Wir sind ein erfolgreiches Unternehmen und wollen es auch 2030 und 2040 noch sein.“ Um die aktuellen Preiserhöhungen zu dämpfen müsste in die Produktion investiert werden, argumentiert Stern gegen eine Abschöpfung von Gewinnen. Derzeit müsse Europa Diesel importieren, sinnvoller wäre der Bau neuer Raffinerien.

Auch brauche die OMV Geld aus guten Jahren, um in schlechten Jahren ebenfalls gut durchzukommen. Dazu komme die Finanzierung des Umbaus in eine „nachhaltigere Zukunft“ mit „grünen“ Investitionen. Die Sonderdividende der OMV von einer Solidaritätsabgabe abzuziehen wäre „vernünftig“, weil sich die anderen Aktionäre gleichbehandelt fühlen würden. „Wenn ich mir was wünschen könnte, würde ich es mir wünschen.“

Der OMV-Anteil an Österreichs Gasspeichern von 25 Terawattstunden oder 25 Prozent des Jahresbedarfs sei „mehr als voll“, so Stern. Die OMV schaue schon auf den nächsten Winter. „Wir werden uns gut vorbereiten, damit wir wieder erreichen, was wir benötigen.“

APA

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