Anteil des erneuerbaren Stroms leicht gesunken

21. November 2022, Wien
Mehr als 85 Prozent des Stroms stammen von Erneuerbaren
 - FEISTRITZ/ROSENTAL, APA/GINDLFOTO

Im Vorjahr ist der Anteil der erneuerbaren Energie bei Strom leicht gesunken: Laut der Regulierungsbehörde E-Control hat sich gezeigt, dass im Vorjahr 85,39 Prozent der Nachweise aus erneuerbaren Energieträgern stammen, geht aus einer Mitteilung der E-Control hervor.

„Der Anteil der Erneuerbaren in der Stromkennzeichnung ist damit zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, kann aber nach wie vor als sehr positiv bezeichnet werden. Im Jahr 2020 wurden 85,88 Prozent Nachweise aus erneuerbaren Energieträgern eingesetzt, im Jahr 2019 lag dieser Wert aber noch bei 81,38 Prozent.“, zitierte E-Control-Vorstand Alfons Haber aus dem soeben veröffentlichten Strom- und Gaskennzeichnungsbericht.

Der Anteil bei den fossilen Energieträgern sei von 13,5 Prozent im Jahr 2020 auf 14,28 Prozent im Vorjahr gestiegen. Und der Anteil der bekannten sonstigen Energieträger an den eingesetzten Nachweisen lag bei 0,33 Prozent und ist damit leicht von 0,47 Prozent 2020 zurück gegangen.

Im Vorjahr haben 126 Lieferanten zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energieträgern ausgewiesen. Doch im Jahr zuvor – 2020 – waren es laut E-Control-Bericht noch 135 Lieferanten gewesen. „Der Rückgang liegt unter anderem daran, dass einige Lieferanten ihre Tätigkeit eingestellt haben bzw. dass es zu Verschmelzungen mit anderen Unternehmen gekommen ist.“, erläuterte Haber. Aber nur 80 der 126 Lieferanten hätten, so die E-Control, ausschließlich Nachweise aus Österreich für die Stromkennzeichnung eingesetzt.

Für die österreichische Stromkennzeichnung seien nur jene Herkunftsnachweise zugelassen, die strengen, klar vorgegebenen Kriterien und einer Auditierung entsprechen. Der Einsatz von ausländischen Nachweisen habe im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und liege bei 32,1 Prozent (nach 28,13 Prozent im Jahr 2020). Norwegen bleibe mit 15,18 Prozent auch 2021 der Hauptlieferant für ausländische Nachweise in Österreich, gefolgt von den Niederlanden mit 6,68 Prozent und Frankreich mit 2,98 Prozent.  

Heuer laufe das seit 2010 bestehende Stromkennzeichnungssystem aus. Ab nächstem Jahr werde es schrittweise Neuerungen auf Basis des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) und des ElWOG geben. „Die größten Neuerungen betreffen dabei die Ausweisung des sogenannten gemeinsamen Handels von Strom und Herkunftsnachweisen, die Gliederung nach primärer und sekundärer Stromkennzeichnung, die einheitliche Darstellung auf Rechnungen und Werbematerialien sowie die künftig geregelte Ausweisung von Produktmixen.

Dadurch soll die Transparenz und der Informationsgehalt der Stromkennzeichnung weiter verbessert und an ein geändertes Nachfrageverhalten hin zu mehr Umweltbewusstsein angepasst werden“, erklärte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch.

Aber auch im Gas-Bereich soll es laut E-Control mehr Transparenz geben. „Im Gegensatz zur Stromkennzeichnung wird bei Gas aber auch die Ausweisung von Gas unbekannter Herkunft möglich sein. Das ist notwendig, da es derzeit noch sehr geringe Mengen an Herkunftsnachweisen bei Gas gibt“, so Urbantschitsch. Ab 2023 müssten wie die Strom- auch die Gaslieferanten die Primärenergieanteile ihrer Lieferanten offenlegen, also die gesamte Aufbringung des Lieferanten an Endverbraucher, so der E-Control-Bericht.

APA

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